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24. März 2017 DIE LINKE im Abgeordnetenhaus

Aufklärung statt Impfpflicht

Zur Debatte um eine Impfpflicht erklärt der gesundheitspolitische Sprecher Dr. Wolfgang Albers:

Die Durchimpfungsrate der Bevölkerung in Berlin beträgt etwa 92 Prozent. Eine 95-prozentige Durchimpfung braucht man, um zum Beispiel die Masern-Erkrankung epidemiologisch wirksam zu bannen.

Die noch fehlenden drei bis vier Prozent der Menschen, die bisher ungeimpft sind, müssen durch Aufklärung und niederschwellige Angebote auch des Öffentlichen Gesundheitsdienstes vom Sinn und Nutzen einer solchen Impfung überzeugt werden.

Wer eine allgemeine Impfpflicht fordert, hat ein Vollzugsproblem. Er muss erklären, wie er eine solche im Konfliktfall durchsetzen will. Mit Geldbußen, Erzwingungshaft oder gar einer »Zwangsimpfung«? Das ist eine absurde Vorstellung, aber die logische Konsequenz aus der Forderung nach einer allgemeinen Impfpflicht.

Den besten Schutz vor einer Masern-Infektion erreicht man dadurch, dass man sich und seine Kinder impfen lässt, nicht dadurch, dass man eine Impfpflicht propagiert, die an der praktischen Durchführung scheitert.

Kommentare

24. März 2017, 14:01 Uhr Frank Nowak

Sehr geehrter Herr Albers,

in der Berliner Zeitung steht:

„Wolfgang Albers von der Linken griff die CDU an. „Sie haben fünf Jahre lang den Gesundheitssenator gestellt. Sie hatten genug Zeit, dieses Anliegen in eigener Verantwortung umzusetzen“, erinnerte er die Kollegen in der Opposition. In dieser Zeit habe es zudem viel heftigere Masernausbrüche gegeben als in diesem Winter.“

Sie haben ja recht, die CDU hatte genügend Zeit.

Ihre Aussage hingegen: „Und wie sollen die überhaupt aussehen“, fragte Albers. „Wollen Sie Erzwingungshaft? Sollen zwei Polizisten die Leute festhalten, während der Arzt durch die Hose sticht?“, hat AfD und Trump Niveau.

Mit freundlichen Grüßen
Frank Nowak

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