Zurück zur Startseite
18.10.2017 Gemeinsame Konferenz

Kulturwandel: Chancen mit mehr Frauen in Ausbildung

Unter diesem Motto haben der Kommunale Arbeitgeberverband (KAV) und die rot-rot-grünen Koalitionsfraktionen am 17. Oktober 2017 eine gemeinsame Konferenz im Abgeordnetenhaus von Berlin organisiert. Wie Chancengleichheit für Frauen bei den landeseigenen Unternehmen umgesetzt werden kann, haben Gäste aus Wissenschaft, dem Justizwesen und den Personalabteilungen der Landesbetriebe erörtert.

Neben Martin Urban, dem Vorsitzender des KAV, und den frauen- und gleichstellungspolitischen Sprecherinnen der Koalitionsfraktionen Derya Çağlar (SPD), Ines Schmidt (DIE LINKE) und Anja Kofbinger (Bündnis 90/Die Grünen) nahmen auch Prof. Dr. Jutta Allmendinger, Präsidentin des Wissenschaftszentrums Berlin für Sozialforschung, Rechtsanwältin Nilüfer Hoboß, Staatssekretärin Barbara König, Kerstin Oster, stellv. Vorstandsvorsitzende der Berliner Wasserbetriebe und BSR-Ausbildungsleiter Andreas Zimmermann teil.

Alle Ausbildungsplätze stehen jungen Frauen und Männern grundsätzlich gleichermaßen offen. Dennoch gibt es nach wie vor viele Berufe, in denen Frauen unterrepräsentiert sind. Nach Auskunft der Senatsverwaltung Gesundheit, Pflege und Gleichstellung sind in landeseigenen Unternehmen nur circa 15 Prozent der gewerblichen-technischen Ausbildungsplätze mit Frauen besetzt. Und das, obwohl im Landesgleichstellungsgesetz (LGG) eine Quotierung für Ausbildungsplätze vorgeschrieben ist: In Bereichen, in denen Frauen unterrepräsentiert sind, sind je Ausbildungsgang und Vergaberunde mindestens die Hälfte der Ausbildungsplätze an Frauen zu vergeben.

Warum das in der Praxis anders ist und wie es sich ändern lässt, haben wir mit Interessenvertretungen, Vorständen und Personalverantwortlichen diskutiert. Eine Möglichkeit, Chancengleichheit von Frauen und Männern bei der Auswahl der Bewerber*innen für einen Ausbildungsplatz herzustellen, ist die sogenannte Reservierungsquote. Des Weiteren bestand Einigkeit darüber, dass die Berufsbilder modernisiert werden müssen. Für die Ansprache der Bewerber*innen müssen zielgruppengerechte Medien genutzt werden, wie zum Beispiel Instagram, Facebook und Twitter.

Wenn wir unsere Technik weiblicher und unsere Gesundheits- und Pflegeberufe männlicher machen wollen, müssen wir modernisieren. Auch die aktuelle Statistik zu Zahlen der Ausbildung muss in dieser Frage aussagekräftiger werden. Wir werden auch die Lehrer*innen stärken, denn es wurde erneut klar, dass die Berufsorientierung von Frauen und Männern nicht erst mit dem Ausbildungsbeginn geprägt wird. In einem Jahr werden wir mit allen Beteiligten über erste Ergebnisse beziehungsweise Wege wie wir dort hinkommen, informieren.