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15.01.2018

Ein großer Schritt nach vorn: Strategiekonferenz zur Wohnungslosenhilfe tagte in Kreuzberg

Am 9. Januar 2018 versammelten sich auf Einladung der Sozialsenatorin Elke Breitenbach ca. 200 Vertreter*innen von Senat, Bezirken, Wohlfahrtsverbänden, Wissenschaft, Vereinen sowie Politiker*innen aller Fraktionen des Abgeordnetenhauses außer der AfD zur 1. Strategiekonferenz der Wohnungslosenhilfe, um eine gemeinsame Strategie zur Verbesserung der Lage von wohnungslosen Menschen in Berlin zu erarbeiten.

Das war mehr als notwendig, denn die Eindämmung von Wohnungslosigkeit ist eine der dringendsten sozialpolitischen Aufgaben nicht nur der Koalition, sondern aller politisch Verantwortlichen in unserer Stadt.

Die Zahl wohnungsloser Menschen in Berlin steigt seit Jahren an und die Struktur wohnungsloser Menschen hat sich deutlich gewandelt. Waren früher überwiegend Männer zwischen 35 und 55 mit deutscher Staatsangehörigkeit von Wohnungslosigkeit betroffen, müssen wir beobachten, dass zunehmend auch Frauen, ja sogar ganze Familien sowie ältere Menschen ohne Wohnung leben müssen.

Hinzu kommt eine wachsende Zahl von Menschen aus ost- und südosteuropäischen EU-Ländern, die ihr Recht auf Freizügigkeit wahrnehmen und oftmals von windigen Unternehmern mit leeren Arbeitsversprechen nach Berlin gelockt werden.

Gleichzeitig wird bezahlbarer Wohnraum in Berlin immer knapper, sodass das Problem Wohnungslosigkeit inzwischen auch die Mittelschichten erreicht.

Dies hat auch die Koalition frühzeitig erkannt: In einem ersten Schritt wurden die Mittel der Wohnungslosenhilfe im Landeshaushalt verdreifacht. Die Kältehilfe wird ausgebaut, die Straßensozialarbeit sowie die Bahnhofsmission gestärkt und die Öffnungszeiten des Hygienecontainers am Bahnhof Zoo verlängert. Außerdem werden die Unterbringungsmöglichkeiten für von Wohnungslosigkeit bedrohte Frauen und Familien erweitert.

An präventiven Maßnahmen gegen Wohnraumverlust wird ab 2018 eine unabhängige Energieschuldenberatung finanziert. Auch die Schuldner- und Insolvenzberatungen sowie die unabhängige Sozialberatung in den Bezirken werden ausgebaut.

Fast zeitgleich mit dem Haushaltsbeschluss des Abgeordnetenhauses legte die Senatsverwaltung für Integration, Arbeit und Soziales im Dezember einen ersten Entwurf für die Neufassung der Leitlinien der Wohnungslosenhilfe vor. Nun erfolgte mit der Strategiekonferenz der nächste wichtige Schritt.

Allen Beteiligten ist klar, dass mit der Strategiekonferenz dieser Prozess nicht beendet ist, sondern erst richtig Fahrt aufnimmt.

„Wir wollen das System so verändern, dass alle Bedürftigen erreicht werden.“ – Mit diesen Worten gab die Sozialsenatorin Elke Breitenbach die Marschrichtung dieses Prozesses vor. Ziel ist es, allen Menschen eine feste Bleibe zu geben. Wer Elke Breitenbach kennt, weiß, dass sie dies auch absolut ernst meint und diesen Prozess mit aller Kraft vorantreiben wird. Dementsprechend gingen auch alle Beteiligten mit einem guten Gefühl, aber auch einem dicken Bündel an Aufgaben wieder nach Hause, verbunden mit der Hoffnung, dass das „Berlin der Herzen“ Wirklichkeit wird.

Stefanie Fuchs
sozialpolitische Sprecherin