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AfD mit Antrag zur Abschaffung gendergerechter Sprache 1980 hängengeblieben

39. Sitzung des Abgeordnetenhauses von Berlin, 21. März 2019

Ines Schmidt (LINKE):

Sehr geehrte Frau Präsidentin! Sehr geehrte Abgeordnete! Gäste sind nicht mehr da. – 1982 verabschiedet der Deutsche Frauenrat eine Resolution gegen die Diskriminierung von Frauen in der Gesetzessprache. Am 17. Januar 1990 ist die Arbeitsgruppe Rechtssprache des Deutschen Bundestages schon zu dem Ergebnis gekommen, dass die männliche Rechtssprache überkommene gesellschaftliche Strukturen verfestigt und weitere gesellschaftliche Veränderungen behindert bzw. überhaupt nicht zulässt. 2001 bringen alle Rechts- und Verwaltungsvorschriften des Bundes die Gleichstellung von Frauen und Männern auch sprachlich zum Ausdruck, im Übrigen verankert im Bundesgleichstellungsgesetz. 2002 wurde die gendergerechte Sprache in Verdis Veröffentlichungen fest verankert. 2007 haben unsere landeseigenen Unternehmen Dienst- und Betriebsvereinbarungen zur Anwendung der gendersensiblen Sprache abgeschlossen.

Seit nunmehr 40 Jahren wird in ganz Deutschland dafür gesorgt, dass die Geschlechtergerechtigkeit auch in Form der Sprache sichtbar wird, denn wie Sie alle wissen, bildet die Sprache nicht nur gesellschaftliche Strukturen ab, sondern sie prägt auch unsere Wahrnehmung.

Da frage ich mich doch: In welcher Höhle haben Sie eigentlich in den letzten 40 Jahren gesessen, dass Sie nicht mitbekommen haben, dass sich die Welt weitergedreht hat und Sie uns mit Ihrem unqualifizierten Antrag eigentlich nur zeigen, dass Sie 1980 hängengeblieben sind?

Im Übrigen gibt es da heute schon einen Fortschritt. Es gibt in Deutschland und international Diversity-Management. – Nein, ich kann Ihnen das jetzt nicht erklären, was ein Diversity- Manager oder eine Diversity- Managerin alles macht, was deren Aufgabe ist. Eine Schulung wäre aus meiner Sicht in Ihrer Partei totaler Blödsinn, denn Sie sind menschenrechtlich so quer unterwegs, dass ich mir eigentlich für das ganze Abgeordnetenhaus nur wünschen könnte, dass Sie wieder in diese Höhle verschwinden, wo Sie 40 Jahre waren. – Danke!


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