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Schulen und Kitas: Bevölkerungsprognose sofort ernst nehmen!

Wenn die Zahl der Kinder und Jugendlichen in Berlin bis 2030 um 15 Prozent

Die kinder- und jugendpolitische Sprecherin Katrin Möller und die bildungspolitische Sprecherin Regina Kittler erklären:

Wenn die Zahl der Kinder und Jugendlichen in Berlin bis 2030 um 15 Prozent steigt, kommt der Senat mit seiner Augen-zu-und-durch-Haltung nicht weiter. Schon jetzt fehlt es an Kitas, Schulen, Jugendfreizeiteinrichtungen und dem erforderlichen Personal, weil SPD und CDU mit ihren Planungen hinterherhinken und in den vergangenen vier Jahren viel zu wenig unternommen haben, um mit den aktuellen Bevölkerungsentwicklungen in der Stadt Schritt zu halten.

So liegt zwar seit Juli 2015 ein neuer, bis 2018 gültiger, Schulentwicklungsplan vor, Grundlage sind jedoch die Schülerzahlen von 2013/2014 sowie die Einwohnerstatistik von 2012. Der Senat muss umgehend auf aktueller Datengrundlage, langfristig, nachhaltig und über Bezirksgrenzen hinweg den neuen Schulplatzbedarf planen und dabei auch den erhöhten Bedarf für Ganztagsbetrieb, Inklusion, Willkommensklassen und besondere pädagogische Konzepte beachten. Gemeinsam mit den Universitäten muss der Senat die Frage beantworten, warum nur etwa 40 Prozent derjenigen, die ein Lehramtsstudium aufnehmen, auch in den Schulen ankommen.

Auch im Kitabereich muss sofort umgesteuert werden. Der nötige Neubau von Kitas kann nur umgesetzt werden, wenn das Land endlich ausreichend investiert, da die jetzt bereit gestellte Mittel hinten und vorne nicht reichen. Der Senat muss umgehend aktiv werden, um zu verhindern, dass im Innenstadtbereich Kitaträgern zugunsten lukrativerer Mieter gekündigt wird. Schon jetzt fehlen etwa 1000 Erzieherinnen und Erzieher, der Bedarf nach neuen Fachkräften wird enorm steigen. Ein Plan des Senats zur schnellen Gewinnung und zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen von pädagogischem Personal, ist nicht in Sicht. In der morgigen Anhörung im Bildungsanschuss wird die Frage der Ausbildungskapazitäten für Sozial- und Erziehungsberufe eine große Rolle spielen. Der Senat sollte hier aufmerksam zuhören.