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Nicht meine Kammer!

Pflegekammer in Niedersachsen unter massivem Beschuss der in der Pflege Beschäftigten

Dazu erklärt der gesundheitspolitische Sprecher der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin Wolfgang Albers:


Die Geschehnisse in Niedersachsen bestärken uns in unserer Haltung, die Einrichtung einer Pflegekammer in Berlin im Interesse der in der Pflege Beschäftigten und mit großer Unterstützung der Betroffenen abzulehnen. In Niedersachsen fordern Tausende von Pflegekräften die Auflösung der Pflegekammer, die erst im Januar 2017 auf der Grundlage einer „Befragung“ von 1.039 Pflegekräften gegründet worden war. Die niedersächsische Pflegekammer steckt damit in einer schweren Legitimationskrise.

Sie hatte vor Weihnachten erstmalig Beitragsforderungen an ihre Mitglieder verschickt und diese auf der Basis eines Einkommens von bis zu 70.000 Euro berechnet. Daraufhin haben Pflegekräfte am 23.12. eine online-Petition gestartet, die innerhalb von nur zehn Tagen 30.000 Unterstützerinnen und Unterstützer gefunden hat. In der Petition werden die Auflösung der Kammer und ein Ende der Zwangsmitgliedschaft von Pflegekräften gefordert.

Original-Kommentar eines Unterstützers der Petition:
 „Ich sehe nicht ein, dazu gezwungen zu sein, einer Kammer beizutreten, die in meinen Augen nichts für mich tut, ausser mein Geld zu nehmen und mich dazu zwingt, Pflichtfortbildungen zu machen die ich auch noch selber zahlen muss. Und wenn ich mir das nicht leisten kann, verliere ich auch noch meinen Beruf...Ich sehe darin keine Verbesserung meines Berufsstandes oder Abhilfe für den Pflegenotstand, im Gegenteil. Diese Kammer legt meinem Beruf Steine in den Weg und macht ihn noch unattraktiver, wodurch noch weniger Menschen den Beruf der Pflege ausüben/erlernen wollen.“

Die Ereignisse in Niedersachsen und die mehr als 12.400 Kommentare der Betroffenen zur Unterstützung der Petition machen deutlich, dass es, entgegen den Behauptungen einiger Pflegefunktionäre bei den in der Pflege Beschäftigten keinerlei Akzeptanz für eine Pflegekammer mit Pflichtmitgliedschaft und Zwangsbeiträgen gibt.

Die Linksfraktion erteilt deshalb allen Versuchen eine Absage, auch in Berlin Pflegefunktionären eine solche Spielwiese auf Kosten und zu Lasten der in der Pflege tätigen Kolleginnen und Kollegen einzurichten.


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