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Verzicht auf Prüfungen unter dem Druck der Corona-Krise

Anlässlich der heute stattfindenden Kultusministerkonferenz

erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Fraktion DIE LINKE im Berliner Abgeordnetenhaus Regina Kittler:

Fast 30.000 Schüler*innen, die in diesem Jahr in Berlin die Schule verlassen werden, haben seit dem 17. März 2020 keinen regulären Unterricht mehr. Die Prüflinge lernen derzeit zu Hause unter teils belasteten Lebenssituationen. Sie leben in Ungewissheit darüber, wann und wie die Prüfungen stattfinden sollen und können. Die Wohnzimmer der Elternhäuser sind keine idealen Lernorte. Schule braucht die Professionalität von Lehrkräften, Erzieher*innen und Sozialarbeiter*innen.

In dieser Situation müssen wir insbesondere dafür sorgen, dass sich bestehende Ungerechtigkeiten im Bildungssystem nicht infolge der Corona-Krise noch weiter verschärfen. Auch hier gilt: Die Krise verwischt soziale Unterschiede nicht, sie lässt sie noch viel stärker zutage treten. Denn nicht alle verfügen über häusliche Rückzugsorte oder die technischen Bedingungen und Hilfsmittel wie WLAN und Computer zum Lernen, Lesen und Entspannen. Andere betreuen jüngere Geschwister oder sind mit familiären Stresssituationen konfrontiert.

Vielfach haben Schüler*innen und Lehrkräfte auch Sorge, sich bei Prüfungen in der Schule anzustecken und selbst die Corona-Erkrankung weiterzutragen. Es wird bezweifelt, dass die Forderungen des Gesundheitsschutzes eingehalten werden können, auch angesichts fehlender Schutzbekleidung.

Ich schließe mich daher den Forderungen von Vertretungen der Schüler*innen, Schulleiter*innen und Kolleg*innen, Gewerkschaften und vieler Eltern an und fordere die Kultusministerkonferenz auf, die Prüfungen in diesem Schuljahr auszusetzen und die jeweiligen Regelungen in den Bundesländern anzuerkennen. Die Noten für den Abschluss der allgemeinen Hochschulreife sollten durch die Lehrkräfte aus den Noten der letzten vier Semester der Gymnasialen Oberstufe berechnet werden. Mittlerer Schulabschluss und Berufsbildungsreife sollten auf der Grundlage der erbrachten Leistungen im 10. Schuljahr zuerkannt werden.

Was in den Niederlanden, Großbritannien, Spanien und Portugal möglich ist, sollte auch in Deutschland möglich sein!


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