Abitur an beruflichen Gymnasien ist bisher keine Alternative zur eigenen Oberstufe
Linke fordert weiterhin, dass die Gemeinschaftsschule bis zum Abitur führt
Die bildungspolitische Sprecherin Regina Kittler erklärt:
In Berlin kann alternativ zu Gymnasien, zu gymnasialen Oberstufen an Integrierten Sekundarschulen (ISS) und zu Gemeinschaftsschulen die allgemeine Hochschulreife an beruflichen Gymnasien von Oberstufenzentren erworben werden. Wie aus der Antwort des Senats auf meine Anfrage (DS 17/13984) hervorgeht, ist die Zahl der Schülerinnen und Schüler, die diese beruflichen Gymnasien besuchen, wachsend. Entsprechend der Nachfrage werden Plätze und Klassen eingerichtet.
Der Blick auf die dort erreichten Abschlüsse spricht allerdings nicht gleichzeitig für einen wachsenden Erfolg der beruflichen Gymnasien. 2010 wurden 1.086 Schülerinnen und Schüler in die Einführungsphase der dreijährigen Oberstufe der beruflichen Gymnasien aufgenommen. 2013 haben davon 594 das Abitur absolviert. Gemessen an der Zahl der Aufgenommenen sind das 54,7 Prozent.
Dies ist von Bedeutung für ISS und Gemeinschaftsschulen, die über keine eigene Oberstufe verfügen und dadurch oft Nachteile haben. Wenn diese mit Oberstufenzentren kooperieren sollen, besteht an den beruflichen Gymnasien noch erheblicher Handlungsbedarf.
Nur weil Kooperationen mit beruflichen Gymnasien möglich sind, sollte einer ISS oder Gemeinschaftsschule jedenfalls nicht verwehrt werden, eine eigene Oberstufe zum Abitur aufzubauen. Die Linksfraktion fordert weiterhin, dass in jedem Berliner Bezirk wenigstens eine Gemeinschaftsschule direkt bis zum Abitur führt.

