Akzeptanzförderung muss weiter gehen
Evrim Baba zur aktuellen Studie »Einstellungen zur Homosexualität«
Zur aktuellen Studie »Einstellungen zur Homosexualität: Ausprägungen und sozialpsychologische Korrelate bei Jugendlichen mit und ohne Migrationshintergrund« erklärt das Mitglied im Fraktionsvorstand Evrim Baba:
2007 ist zum »Europäischen Jahr der Chancengleichheit für alle« erklärt worden. In diesem Rahmen nimmt die oben erwähnte Studie einen wichtigen Platz ein, bestätigt sie doch weitestgehend Vermutungen über Zusammenhänge von patriarchalen Verhältnissen, Migrationshintergründen, dem Grad der Integration, traditionellen Männlichkeitsnormen und Religion – um nur einige zu nennen – mit Homophobie. Auch wenn sich das Klima für Homosexuelle in Deutschland in den letzten Jahren verbessert zu haben scheint, verweist die Studie zu Recht auf einen immer noch großen Anteil von homophoben Einstellungen unter deutschen Jugendlichen und einem noch größeren bei Jugendlichen mit Migrationshintergrund.
Gerade Homosexuelle mit Migrationshintergrund unterliegen dabei einer Mehrfachdiskriminierung, einerseits durch die Ausgrenzung als »Ausländer« und andererseits als Schwule und Lesben in den eigenen Familien und Communities.
Es ist weiterhin wichtig, für eine Fortführung der interkulturellen Öffnung der Gesellschaft zu sorgen, die Akzeptanz von Individualität zu erhöhen und Gleichberechtigung von verschiedenen Lebensstilen zu fördern. Integrationsbemühungen müssen dabei von allen Teilen der Gesellschaft ausgehen. Die Linke stellt sich gegen patriarchale Rollenerwartungen und traditionelle Männlichkeitsnormen und setzt sich für das Recht auf Selbstbestimmung der Frau, sowie für ein offenes Miteinander von Menschen und Kulturen ohne Vorurteile und Diskriminierungen ein, weil das die Vorrausetzungen für die Akzeptanz gegenüber allen sexuellen Ausrichtungen, Geschlechtern und Lebensstilen schafft. Homosexualität muss weiter enttabuisiert und entkriminalisiert werden. Wie die Studie zeigt, müssen wir dieses Thema dabei noch mehr in die Familien und Schulen tragen um rechtzeitig der Herausbildung von homophoben Einstellungen vorzubeugen.

