Barrierefreiheit-Portal vor dem Aus
Mit der Abschaffung des ÖBS fallen alle 180 Stellen bei Mobidat weg
Zum Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung erklärt die für Behindertenpolitik zuständige Abgeordnete Elke Breitenbach:
Mit der Abschaffung des Öffentlich geförderten Beschäftigungssektors (ÖBS) erweist der rot-schwarze Senat auch der Behindertenpolitik in Berlin einen Bärendienst: Mobidat steht vor dem Aus.
Die Datenbank, in der das Projekt Mobidat die Barrierefreiheit von öffentlichen und privaten Einrichtungen der Stadt erfasst, und das Internetportal sind für viele Berlinerinnen, Berliner, Touristinnen und Touristen eine unverzichtbare Informationsquelle. Über das Portal und einen Infoservice lassen sich die Angaben von rund 31.000 Einrichtungen wie Museen, Restaurants oder Arztpraxen erfragen. Erfasst und gepflegt werden die Daten von mehr als 180 Beschäftigten im ÖBS, viele selbst mit einer Schwerbehinderung. Ihre Stellen laufen Ende des Jahres aus.
Rot-Schwarz hat beschlossen, den ÖBS abzuschaffen und keine Stellen mehr neu einzurichten oder zu verlängern.
Das ist ein schwerer Schlag für die Barrierfreiheit in der Stadt. Leidtragende sind die Menschen mit Behinderung, denen Mobidat die gesellschaftliche Teilhabe erleichtert hat. Die Datenbank bleibt sich selbst überlassen und wird in kürzester Zeit veraltet sein. Wir sehen den Berliner Senat in der Pflicht, dafür Sorge zu tragen, dass nicht nur am Internationalen Tag der Menschen mit Behinderung Barrieren in der Stadt ab- und nicht aufgebaut werden.

