BER Bauüberwachung hat versagt

DIE LINKE im Abgeordnetenhaus

Zeugenaussage des ehemaligen Leiters der Objektüberwachung

Zur heutigen Zeugenaussage des ehemaligen Leiters der Objektüberwachung beim Bau des Fluggastterminals, Knut Nell (pgbbi/ gmp), erklärt das Mitglied im BER-Untersuchungsausschusses Jutta Matuschek:

Obgleich Herr Nell ausführte, dass die Objektüberwachung bereits seit Dezember 2011 mehrfach die Verantwortlichen der Flughafengesellschaft über den sehr kritischen Zustand des Fertigstellungsgrades und die akute Gefährdung des Eröffnungstermins informiert habe, konnte er nicht erklären, warum es zu eklatanten Baufehlern gekommen ist, die erst nach der Absage des Eröffnungstermins offenbar wurden.

Es bleibt auch nach der Aussage von Herrn Nell ungeklärt, warum die Objektüberwachung in Kenntnis der Tatsache, dass für wesentliche Teile der sicherheitstechnischen Anlagen des Terminals keine geordnete bauliche Fertigstellung, keine durch die Sachverständigen geprüfte Betriebssicherheit und Wirksamkeit und somit keine behördliche Zustimmung zur Inbetriebnahme des BER am 3. Juni 2012 zu erreichen war, nicht deutlich interveniert hat. Stattdessen wirkte die Objektüberwachung aktiv in einem realitätsabstinenten und von einer Fiktion in die nächste taumelnden kostentreibenden Endspurt gegen die Wand mit.

Der Zeuge erhob schwere Vorwürfe hinsichtlich Termintreue und Qualität der Bauleistungen der Arge ImCa und der Firma Bosch. Er konnte jedoch keinerlei Erklärungen bieten, warum die frühzeitig erkannten Mängel nicht durch Bauleitung bzw. Bauherrn FBB abgestellt wurden.

Somit bleibt als bitteres Fazit: Die verantwortliche Projektleitung wie auch die Flughafengeschäftsführung täuschten sich und die Öffentlichkeit über die tatsächlichen Vorgänge auf der Baustelle.