BER: Berufung Großmanns zum Technikchef muss mit untersucht werden
Der »Skandal nach dem Skandal«
Zum Korruptionsskandal am BER erklärt das Mitglied im Untersuchungsausschuss Jutta Matuschek:
Seit Wochen hat die Berliner SPD-CDU-Koalition erfolgreich die Ausweitung des Auftrags auf den »Skandal nach dem Skandal« für den Untersuchungsausschuss im Abgeordnetenhaus verzögert. Vor dem Hintergrund des Korruptionsskandals um den Technikchef Großmann ist das nicht länger hinnehmbar. Der Untersuchungsausschuss sollte schnellstmöglich auf die Vorgänge des baulichen Stillstands, des Strategiewechsels hinsichtlich der Fertigstellung versus Neubau der Brandschutzanlage und der personellen Verstrickungen ausgedehnt werden.
Die Firma GICON, deren Geschäftsführer Großmann ist, hatte im Laufe der Zeit verschiedene Aufträge der Flughafengesellschaft. Die wichtigste Aufgabe fiel auf sie allerdings mit der Beauftragung der Mängelerfassung und –beseitigung durch die FBB seit Juni 2012. Die Anlage sollte fertiggestellt werden – das war der Auftrag, den Großmann zusammen mit dem damaligen Geschäftsführer Amann hatte. Dieses Ziel war bis vor kurzem auch nicht infrage gestellt worden.
Seit Großmann im April 2014 Technikchef des Flughafens wurde, überraschte er allerdings mit der Mitteilung, dass die Grundkonstruktion der Anlage nicht funktionsfähig sei. Der Rausschmiss des Planers Alfredo Di Mauro erfolgte offenbar auf Basis der Einschätzung Großmanns. Die Umstände dieser Verquickung von technischer Expertise, Entlassung des einen und Berufung des anderen Experten müssen in die Untersuchung der Staatsanwaltschaft mit einbezogen werden, um dem Verdacht der persönlichen Bereicherung Großmanns nachzugehen.

