BER: Kritische Hinweise wurden systematisch negiert
Ein desaströses Versagen der Geschäftsführung
Das Mitglied im BER-Untersuchungsausschusses Jutta Matuschek erklärt:
Die heutigen Befragungen bestätigten, dass die ehemalige Geschäftsführung der Flughafengesellschaft von Dr. Schwarz und Dr. Körtgen systematisch kritische Hinweise ihrer eigenen Projektsteuerer negierten. Mehr noch: Die Projektleiterin Graf-Hertling berichtete von psychischem Druck und Disziplinarmaßnahmen gegen sie und andere Personen, welche schon 2010 deutlich auf die Terminschwierigkeiten hinwiesen. Der nur für das Terminal zeitweilige Projektsteuerer Dresse & Sommer wurde ganz aus dem Projekt entfernt. Das ist ein desaströses Versagen der Geschäftsführung.
Andererseits muss auch konstatiert werden, dass der Projektsteuerer WSP-CBP nach den Vorfällen im Jahr 2010 selbst die Situation auf der Baustelle nicht mehr in aller Offenheit und Klarheit darstellte. Vielmehr verlor der Projektsteuerer die nötige Distanz zu dem Projekt und identifizierte sich zunehmend mit der Handlungsweise des Bauherren, Bedingungen zu formulieren, deren Erfüllung eine Inbetriebnahme zum 3. Juni 2012 möglich erscheinen ließen. Die Bedingungen waren jedoch fern jeder Realität. Insofern wurde WSP-CBP Teil des Problems und verlor jede Steuerungskompetenz.

