BER: Loyalität oder Unvermögen – warum hat Herr Seidel geschwiegen?

DIE LINKE im Abgeordnetenhaus

Über Unzulänglichkeiten in der Organisation und im Baugeschehen bestens informiert

Zur heutigen Befragung im Untersuchungsausschuss BER erklärt das Mitglied Jutta Matuschek:

Der Flughafenkoordinator in der Brandenburgischen Staatskanzlei Thomas Seidel stellte sich heute schützend vor Matthias Platzeck. Bei seiner Befragung wurde deutlich, dass er über viele Unzulänglichkeiten in der Organisation und im Baugeschehen des BER bestens informiert war, sich dennoch mit pauschalen Zusicherungen über eine irgendwie zu bewerkstelligende Eröffnung abspeisen ließ.

Mehr noch: Er ignorierte die deutlichen Aussagen seitens des Bauordnungsamtes wie auch des Brandschutzverantwortlichen zur Bauverzögerung in der Arbeitsgruppe zur Inbetriebnahme des Flughafens. Seine Rolle, die er als Beauftragter des Eigentümers Brandenburg in dieser Arbeitsgruppe selbst als »koordinierend« beschrieb, die von anderen Zeugen als »Arm des Aufsichtsrats« bezeichnet wurde, hat Seidel offenbar völlig verkannt. Seine Loyalität gegenüber seinem Arbeitgeber ist ehrbar, sein persönliches Versagen aber nicht zu übersehen.

Es reiht sich ein in das stille Kartell derjenigen, die dem Aufsichtsrat zuarbeiteten und die Ursachen des mehrmaligen Versagens der Kontrollgremien der Flughafengesellschaft auch im Nachhinein nicht aufzudecken gewillt sind.