Berlin braucht über 12.000 neue Lehrkräfte bis 2020
Erneuerung der Berliner Lehrerschaft um gut 45 Prozent in den nächsten acht Jahren
Die bildungspolitische Sprecherin Regina Kittler erklärt:
Nach der aktuellen Prognose über drastisch steigende Schülerzahlen (Kleine Anfrage 17/11632 vorhersehbar: Berlin braucht in den kommenden Jahren auch erheblich mehr Lehrerinnen und Lehrer.
Das belegt nun die Antwort des Senats auf meine Kleine Anfrage zur »Entwicklung des Stellenbedarfs für das pädagogische Personal an den Berliner Schulen« (Drucksache 17/11982).
Gegenüber dem laufenden Schuljahr steigt der Stellenbedarf für Lehrkräfte bis 2020 danach um insgesamt 1.905 Vollzeitstellen an. Dazu kommen etwa 10.800 Lehrkräfte, die aus Altersgründen aus dem Schuldienst ausscheiden. Das bedeutet eine Erneuerung der Berliner Lehrerschaft um gut 45 Prozent in den nächsten acht Jahren. Noch vor einem Jahr lag die Prognose um zirka 2.000 Stellen niedriger. Jährlich sind zwischen 1.400 und knapp 2.000 Einstellungen erforderlich, wobei sich die naturgemäß zunächst höchsten Zuwachsraten der Grundschulen zeitverzögert in den Oberschulen wiederfinden werden.
Diese Zahlen liegen deutlich über den Zahlen der Absolventinnen und Absolventen der Berliner Universitäten. Die laufenden Hochschul-Verträge sehen bisher mindestens 1.000 Absolventinnen und Absolventen der Lehramtsstudiengänge ab 2014 vor. Hier muss es wohl Nachbesserungen geben. Umso dringender wird es auch, die Berliner Schule attraktiver für alle Lehrkräfte zu machen und die Gerechtigkeitslücken zwischen angestellten und verbeamteten Kolleginnen und Kollegen zu schließen.
Weniger qualifiziert und differenziert fallen die Aussagen des Senats zur Bedarfsentwicklung des weiteren pädagogischen Personals aus. Für Erzieherinnen und Erzieher an den Schulen wird in den nächsten fünf Jahren ein Mehrbedarf von etwa 1.000 Vollzeitstellen prognostiziert, etwa zur Hälfte bei eigenem und beim Personal von freien Trägern. Prognosen für Sozialpädagoginnen und –pädagogen fehlen völlig. Das ist bei dem steigenden Bedarf völlig unverständlich.
Noch völlig offen ist, wie sich die neuen Zensus-Zahlen auf die Berechnungsgrundlage der Schüler- und Pädagogenprognose auswirken werden, denn diese ergeben bei den 0- bis 6-jährigen Kindern ein Minus von etwa 4,5 Prozent in Berlin.
Die Herausforderung für den Senat ist also groß: Exakte Planungsgrundlagen und eine neue Qualität der Personalentwicklung sind angesagt!

