Berliner Stadtmuseum braucht sichere Perspektive

DIE LINKE im Abgeordnetenhaus

Verein der Freunde und Förderer begeht 50. Gründungsjubiläum

Anlässlich des morgigen 50. Gründungsjubiläums der »Freunde und Förderer des Stadtmuseums Berlin e.V.« erklärt der kulturpolitische Sprecher Wolfgang Brauer:

Der Verein der »Freunde und Förderer des Stadtmuseums Berlin e.V.« feiert am 22. November sein fünfzigjähriges Gründungsjubiläum. Die Fraktion DIE LINKE im Abgeordnetenhaus gratuliert von Herzen! Wir wissen, welch kostbares Gut in den Zeiten knapper öffentlicher Kassen das bürgerschaftliche Engagement ist. Wir wissen, was der Verein in den letzten Jahrzehnten für das Museum geleistet hat und wir danken ihm dafür.

Allerdings ist in diesem Jahr saurer Wein im Geburtstagspokal: Noch nie war die Perspektive des Museums so unsicher wie heute. Noch unter Rot-Rot haben wir dem Regierenden Bürgermeister und Kultursenator die Zustimmung zur Sanierung des Marinehauses als dringend notwendige Erweiterung des Märkischen Museums abgetrotzt. Nach der ideenlosen Schließung vieler Museumsstandorte außerhalb des Köllnischen Parks und des Nikolaiviertels können wir das offensichtliche Scheitern dieses Projektes nur mit Fassungslosigkeit zur Kenntnis nehmen. Auch der alternative Umzug in die Räumlichkeiten der Berliner Stadtbibliothek droht aufgrund immer zweifelhafter werdender Investitionsplanungen des Senates zum Fiasko zu werden.

Für das Museum muss endlich eine sichere Perspektive entwickelt werden! Wir unterstützen daher die Anregungen des Vereins der Freunde und Förderer des Stadtmuseums, die Realisierbarkeit eines an das Märkische Museum anschließenden Erweiterungsbaues unverzüglich zu prüfen. Dass dies möglich ist, ohne den Denkmalschutz für das Bestandsgebäude zu tangieren, zeigen die vorbildlichen Beispiele des Pei-Baus als Erweiterung des Zeughauses und die Erweiterungsbauten auf der Museumsinsel. Nötig ist lediglich ein klar artikulierter politischer Wille. Dieser fehlt offenbar dem derzeitigen Kultursenator völlig. Wir fordern diesen nachdrücklich ein. Der schandbare Umgang des Landes Berlin mit seinem wichtigsten Geschichts- und kulturhistorischem Museum muss ein Ende haben.

Kontakt