Brandschutz im BER: Geschäftsführung informierte Aufsichtsrat nicht
Schon am 18. April 2012 war klar, dass es keine Inbetriebnahme geben wird
Das Mitglied im BER-Untersuchungsausschusses Jutta Matuschek erklärt:
Aus Sicht des Brandschutzsachverständigen war am 18. April 2012 klar, dass es keine Inbetriebnahme zum Eröffnungstermin geben wird.
Die Firma hhp hat das Projekt BER von der Planung bis zur gescheiterten Abnahme begleitet und war in alle Umplanungen als verantwortlicher Gutachter involviert. Wenn heute konstatiert wird, dass die Brandschutzanlage niemals funktioniert hätte, muss geklärt werden, ob der Plan falsch war oder die bauliche Ausführung. Diese Fragen konnte der leitende Ingenieur Dahlitz nicht eindeutig beantworten. Auch nicht, warum weder Flughafengesellschaft noch pg bbi die frühzeitigen Hinweise und Mängelbeanstandungen der hhp nicht entsprechend gewürdigt haben.
Der Zeuge bestätigte mehrmals, dass hhp am 19. April 2012 der FBB-Geschäftsführung und den leitenden Architekten mittgeteilt hatte, dass für eine Inbetriebnahme vor Fertigstellung nach Brandenburgischer Bauordnung die Voraussetzungen nicht bestanden hätten. Dennoch wurde der Aufsichtsrat am Tag darauf zu Beschlüssen zur Eröffnungsfeier gedrängt.
So konnten die Öffentlichkeit und die Gesellschafter weiter an eine Eröffnung glauben, die nur im Märchen durch Zauberei hätte möglich werden können.
Die Aussagen, wonach seit Anfang April 2012 die Geschäftsführung der FBB schriftlich darüber informiert war, dass eine Eröffnung zum 3. Juni des Jahres nicht mehr möglich sei, wurden auch vom Sachverständigen des TÜV bei dessen Befragung bestätigt.

