BVG – Alles wird besser, nicht alles gut

DIE LINKE im Abgeordnetenhaus

Jutta Matuschek zu neuen Fahrpreisen im Nahverkehr

Zu den neuen Fahrpreisen im Nahverkehr erklärt die verkehrspolitische Sprecherin Jutta Matuschek:

Endlich wird die Sammelkarte eingeführt. Sie war eine jahrelange Forderung der Linksfraktion. Damit wird der Einzelfahrschein, wenn man ihn gleich im Viererpaket kauft, um 10 Cent günstiger. Das ist neben der Tatsache, dass es auch weiterhin das Sozialticket gibt, die beste Nachricht der neuen Fahrpreisrunde.

Dagegen steht eine Verteuerung ausgerechnet der Kurzstrecke, also der Fahrkarte für den Nahbereich, die für viele Senioren so wichtig ist. Sie werden auch weiterhin vertröstet und erhalten kein seniorengerechtes Monatsangebot. Eine Seniorenkarte ist in vielen großen Ballungsräumen längst das Standardangebot für die älter werdenden Fahrgäste. Andere Verkehrsunternehmen als BVG und S-Bahn machen damit Furore und gewinnen  nicht nur neue Fahrgäste in ungekannten Größenordnungen, sondern steigern auch die Einnahmen.

Einnahmesteigerungen werden in Berlin weiterhin durch steigenden Preise bei den Stammkunden erwartet. Und es bleibt bei dem Eindruck: der millionenschwere Umzug der BVG-Zentrale, der im nächsten Jahr finanziert werden muss, sowie die Finanzierung der als »Konzernabgabe« bezeichneten Zahlungen der S-Bahn an die Mehdorn-Zentrale werden von den Fahrgästen durch höhere Preise bezahlt. Mit Kundenpflege hat das nichts zu tun, mit Verkehrspolitik auch nicht viel – eher mit Abzocke.