Chance nutzen – Freibad in Moabit errichten
Henkel will das Problem aussitzen, bis 1,6 Millionen Euro an anderer Stelle verausgabt werden müssen
Zum »Nein« des Senators für Sport und Aufsichtsratsvorsitzenden der Berliner Bäderbetriebe, Frank Henkel, zum Erweiterungsbau an der Schwimmhalle in der Seydlitzstraße erklärt die sportpolitische Sprecherin, Gabriele Hiller:
Senator Henkel vergibt die große Chance, ohne Eigenmittel der BBB, sondern mit 1,6 Millionen Euro aus dem Stadtumbauprogramm West, ein Außenbecken im sozialen Brennpunktkiez Moabit zu errichten.
Die Bewirtschaftung dieses Freibades wäre unkompliziert, da es an die bereits bestehende Schwimmhalle in der Seydlitzstraße organisatorisch angeschlossen würde. Grund und Boden gehören den BBB bereits. Der Mehraufwand an Energie, Personal und Wasser ließe sich rechnen, nutzte man das Konzept, das der Bezirk Mitte, die Geschäftsführung der BBB und die Bürgerinitiative entworfen haben. Die zu erwartenden Besucherzahlen wären ähnlich der Monbijou-Plansche hoch anzusetzen, befindet sich doch im Umfeld kein weiteres Bad.
Auch die Risikoabschirmung von lediglich 20.000 Euro pro Jahr für den Fall von geringeren Einnahmen in Schlecht-Wetter-Jahren könnte durch den Bezirk gestemmt werden, wie dieser verlautbaren ließ.
Frank Henkel will nicht. Er scheut die Diskussion mit anderen Bezirken, die ebenfalls berechtigte Erwartungen an die Berliner Bäderbetriebe haben. Er ist nicht in der Lage, den 50-Millionen-Euro-Haushalt der BBB zu kontrollieren. Schon jetzt wachsen ihm die Neubesetzung und –dotierung der Stellen der zukünftigen BBB-Geschäftsführung über den Kopf. Da war er nicht knausrig.
Frank Henkel will das Problem Seydlitzbad aussitzen, bis die 1,6 Millionen Euro an anderer Stelle verausgabt werden müssen, um nicht zu verfallen. Er ist mit dem Job des Aufsichtsratschefs der BBB überfordert. Er schadet an dieser Stelle dem Sport, den Kindern des Einzugsbereichs, den Bäderbetrieben. Er soll es sein lassen.

