Chefs der Flughafengesellschaft spielten va banque

DIE LINKE im Abgeordnetenhaus

Erreichen des Eröffnungstermins stand in unverantwortlicher Weise über allem

Das Mitglied des BER-Untersuchungsausschusses Jutta Matuschek erklärt:

Die heutige Vernehmung des ehemaligen Projektleiters für die Errichtung des BER, Herrn Joachim Korkhaus, durch die Mitglieder des Untersuchungsausschusses verstärkte den Eindruck, dass ein enger Zirkel leitender Verantwortlicher des Projektes BER hinsichtlich des Eröffnungstermins am 03.06.2013 über mehrere Monate va banque spielte. Diese Verantwortlichen stellten das Erreichen des Eröffnungstermins in unverantwortlicher Weise über alles. Dabei nahmen sie erhebliche Einbußen in der Qualität und der Funktionssicherheit des Anfangsbetriebs des Flughafens sowie exorbitante Kostensteigerungen in Kauf. Sie übergingen vielerlei warnende Hinweise von Behörden, Sachverständigen und Gutachtern.

Die Chefs der Flughafengesellschaft (FBB) verfolgten das Ziel, den Flughafen »irgendwie« in Betrieb zu nehmen und alles andere danach in Ordnung zu bringen. Dass der Aufsichtsrat über die tatsächliche Risikolage im Unklaren gelassen wurde, ist offensichtlich. Ob einzelne Aufsichtsratsmitglieder bzw. politische Verantwortungsträger der Eigentümer der Flughafengesellschaft über dieses extreme Risiko-Spiel informiert waren, bleibt unklar.

Der Projektleiter Korkhaus sieht Gründe und Verantwortung für die Bruchlandung des BER vor allem bei den Dienstleistern und nicht bei den Verantwortlichen der FBB. Seine Befragung ist für die Linksfraktion noch nicht abgeschlossen. Aufzuklären, wie es zu diesem Strukturversagen kommen konnte, wird das Hauptanliegen der Linksfraktion in den kommenden Zeugenbefragungen sein.