Endlich Selektion in den Schulen beenden!
LEA fordert die Abschaffung der Prüfungen MSA an Gymnasien
Die bildungspolitische Sprecherin Regina Kittler erklärt:
Der Landeselternausschuss (LEA) fordert die Abschaffung der Prüfungen zum Mittleren Schulabschluss (MSA) an Gymnasien. Ich werde diese Forderung nicht unterstützen.
Der LEA gibt als einen Grund für seine Forderung an, dass fast 100 Prozent der Schülerinnen und Schüler der Gymnasien den MSA schaffen.
Da sage ich: Kein Wunder, denn alle, die in dieser Schulform nicht in die 8. Klasse versetzt werden, müssen das Gymnasium verlassen. Für viele dieser »Abgeschulten« ist das eine traumatische Erfahrung.
Ich frage außerdem: Mit welcher Begründung sollen dann Schülerinnen und Schüler an Gemeinschaftsschulen oder Integrierten Sekundarschulen (ISS) mit Abiturstufe die MSA-Prüfung machen müssen, wenn sie die Versetzung in den Jahrgang 11 schaffen? Die Gemeinschaftsschulen oder ISS, die die aus dem Gymnasium »Abgeschulten« aufnehmen müssen, haben oft lange damit zu tun, deren Selbstwertgefühl wieder aufzubauen. Bei einem nicht unbeträchtlichen Teil schaffen es die Lehrkräfte dieser Schulen dann trotzdem, die angeblich »abituruntauglichen« Schülerinnen und Schüler erfolgreich zum Abitur zu führen.
Der LEA fragt in diesem Zusammenhang interessanterweise, ob das Gymnasium nicht auch eine Schule für »Alle« sein sollte.
Hier sage ich: Genau – und fordere inklusive Gymnasien und die Abschaffung des Probejahres an Gymnasien. Dann nämlich erhöht sich die Heterogenität, und alle Schülerinnen und Schüler müssen so gefördert werden, dass sie den bestmöglichen Abschluss schaffen. Das kann der MSA sein oder das Abitur und letzteres dann eben auch nach 13 Schuljahren.
Die Linksfraktion hat in der vergangenen Woche zur Abschaffung des Probejahres an Gymnasien einen Antrag eingereicht.

