Entscheidung für Messe-Chef: Alles nur Show

DIE LINKE im Abgeordnetenhaus

Entscheidung bereits lange in Hinterzimmern gefallen

Die frauenpolitische Sprecherin Evrim Sommer erklärt:

Gestern entschied der Aufsichtsrat der Messe Berlin GmbH, den bisherigen Vizechef Christian Göke zum neuen Chef zu machen. Der Aufsichtsrat hatte sich sehr früh festgelegt, insbesondere der Aufsichtsratsvorsitzende Hans-Joachim Kamp und der bisherige Messechefs Raimund Hosch wollten den Vizechef auf jeden Fall als Messe-Chef installieren.

Die ehemalige Wirtschaftssenatorin schaltete sich im September 2012 eigenmächtig ein, um das fehlerhafte Verfahren transparent und zum Landesgleichstellungsgesetz (LGG) konform zu gestalten. Das kostete sie das Amt.

Seither bemühen sich alle Beteiligten, ein unangreifbares und LGG-konformes Verfahren der Öffentlichkeit zu präsentieren. Dabei scheint die Entscheidung bereits lange in Hinterzimmern gefallen zu sein. Die vermeintliche Transparenz ist nur Show. Das Gesetz zur Förderung von Frauen in Führungspositionen wird wieder einmal umgangen. Die Gleichstellung von Frauen – bei der Berlin bundesweit führend war – verkommt zur Makulatur. Der Frauenanteil in Führungspositionen landeseigener Unternehmen hat sich innerhalb eines Jahres fast halbiert.

Darüber hinaus ist das Verfahren alles andere als LGG-konform. Das LGG schreibt im §8 vor, dass in Bereichen in denen Frauen unterrepräsentiert sind, bei gleicher Qualifikation der Frau der Vorrang zu gegeben ist. Für die Endauswahl zum Posten des Chefs der Berliner Messe wurden fünf Kandidatinnen und Kandidaten von einer Personalagentur vorgeschlagen. Sie müssen also dieselbe Eignung gehabt haben. Warum wird dann nicht der Frau der Zuschlag gegeben, wenn der §8 LGG dies klar vorschreibt? Darüber hinaus gibt es massive Kritik an der Arbeit des bisherigen Vizechefs Göke, da er für die Misere der Messe Berlin GmbH mitverantwortlich ist.