Erst viel versprochen – jetzt enttäuscht
Doppelhaushalt im Bereich Sport bleibt hinter den Erwartungen zurück
Die sportpolitische Sprecherin Gabriele Hiller erklärt:
Was wurde dem Berliner Sport nicht alles versprochen, um ihn auf eine Olympiabewerbung einzuschwören?! Jetzt zeigt sich: Das meiste davon war heiße Luft. Der Doppelhaushalt im Bereich Sport bleibt hinter den Erwartungen zurück. Zwar gibt es in der Gesamtsumme eine Erhöhung um ca. 12 Mio. Euro im Vergleich von 2014 und 2016, jedoch werden die zusätzlich eingestellten Gelder in erster Linie für die Vorbereitung und Organisation sportlicher Großveranstaltungen in der Hauptstadt genutzt.
Auch die dargestellten Erhöhungen für eine störungsfrei funktionierende Bäderlandschaft in Höhe von insgesamt fast 5 Mio. EU werden nicht ausreichen, um die Engpässe in den Bereichen Personal und den Sanierungsstau bei den BBB zu beseitigen. Besonders schmerzlich für den Berliner Sport ist, dass der Senat wieder einmal sein Versprechen aus der Koa-Vereinbarung von 2011 vergessen hat, dem Sport mit einem »Solidarpakt« mehrjährige Planungssicherheit und Unabhängigkeit von den nicht kalkulierbaren Lottoeinnahmen zu schaffen.
Auch andere wichtige Themen des Berliner Sports, wie die Sanierung der bezirklichen Sportanlagen, die Anerkennung der Leistungen von Übungsleiter/innen und Jugendtrainer/innen in der wachsenden Stadt, die Sanierung des Jahnsportparks und so weiter und so fort werden im Sporthaushalt nicht berücksichtigt.
Herausforderungen an den Sport, wie die Förderung des inklusiven Sports, des Sports für Frauen und Mädchen, für Menschen mit Migrationshintergrund bleiben auch ohne zusätzliche Mittel. Zu den gegenwärtig drängenden Aufgaben der Versorgung von Flüchtlingen und Asylsuchenden äußert sich der Sportsenat überhaupt nicht. Auch hier sind die Ehrenamtlichen vor Ort in den Sportvereinen und -initiativen dem CDU-verantworteten Sportsenat weit voraus.
Die geringe Aufmerksamkeit, die der Senat dem Sport widmet, wurde auch dadurch deutlich, dass weder der zuständige Sportsenator Frank Henkel noch der Staatssekretär für Sport, Andreas Statzkowski, an der 2. Lesung des Haushalts im Sportausschuss des Abgeordnetenhauses teilnahmen.
Die Linksfraktion kritisiert den Umgang der Koalition mit dem Sport, der im Widerspruch zu allen vollmundig gemachten Sprüchen in Zeiten der möglichen Olympiabewerbung steht. Sport ist aus Sicht der Linken in allen Ebenen ein wichtiger Teil der Daseinsfürsorge, dieses müsste sich in Zeiten wachsender Haushaltseinnahmen auch und zumindest in der Finanzierung des gemeinnützigen und Freizeitsports niederschlagen, gerade auch in der Bereitstellung zusätzlicher Mittel für die Integration durch und mit dem Sport. Die Vorschläge der LINKEN wurden im Fachausschuss abgelehnt. Das bedauern wir sehr.

