Fashion Week auf dem Bebelplatz

DIE LINKE im Abgeordnetenhaus

Den Mehrheitswillen nach Freihaltung des Bebelplatzes endlich respektieren

Aus Anlass des nochmaligen Stattfindens der Fashion Week auf dem Bebelplatz erklärt der stadtentwicklungspolitische Sprecher Dr. Thomas Flierl:

Der Mehrheitswillen des Abgeordnetenhauses ist spätestens seit den Beratungen des Petitionsausschusses festgestellt: Der Bebelplatz soll von allen kommerziellen sowie von allen Nutzungen, die das Denkmal von Micha Ullman zur Erinnerung an die Bücherverbrennung in seiner raumgreifenden Wirkung und allgemeinen Zugänglichkeit beeinträchtigen, freigehalten werden.

Fashion Week, Bezirk Mitte und Senatswirtschaftsverwaltung haben sich nun auf zwei weitere Termine der Fashion Week "verständigt" (Juli 2010, Anfang 2011). Es sei kein Ausweichstandort gefunden worden. Damit wurde das wirtschaftliche Interesse gegen das Votum des Parlaments über die denkmalpflegerischen, künstlerischen und erinnerungspolitischen Interessen des Landes gestellt. Das enttäuscht und empört zugleich. Die Zusage des Senats, dass die Fashion Week "nur noch" zweimal, dann aber nicht mehr auf dem Bebelplatz stattfindet, muss nun durch die verbindliche Bekanntgabe eines alternativen Veranstaltungsortes beglaubigt werden.

Mit den Auf- und Abbauten des ebenso exklusiven wie banalen Partyzeltes summieren sich die drei Tage Modenschau auf drei Wochen Geschichtslosigkeit in der Mitte der Stadt. Wenn sich dagegen zivilgesellschaftlicher Protest formiert, so spricht das für ein entwickeltes Geschichtsbewusstsein und eine ausgeprägte Gedenkkultur in unserer Stadt.

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