Finanzsenator lässt zu, dass Berlin renommierten Krankenhausmanager verliert

DIE LINKE im Abgeordnetenhaus

Rücktritt Bovelets ist schwerer Schlag für das kommunale Krankenhausunternehmen

Zum Rücktritt des Vivantes-Geschäftsführers Joachim Bovelet erklärt der gesundheitspolitische Sprecher Wolfgang Albers:

Der Rücktritt Joachim Bovelets ist nicht nur ein schwerer Schlag für das kommunale Krankenhausunternehmen Vivantes und seine Beschäftigten, er schwächt auch das bundesweite Netzwerk kommunaler Krankenhausunternehmen, an dessen Entwicklung Bovelet einen entscheidenden Anteil hatte und in dem er eine wichtige Rolle spielte.

Berlin verliert hier einen renommierten Krankenhausmanager, dem es trotz aller Widrigkeiten und der mangelnden Finanzkraft des Landes, das seit Jahren seinen gesetzlichen Verpflichtungen zur Finanzierung der Krankenhausinvestitionen nicht mehr nachkommt, gelungen ist, das kommunale Unternehmen in einer schwierigen Phase zunehmend zu konsolidieren und dabei die Beschäftigten weitgehend mitzunehmen.

Auch wenn nun persönliche Gründe angeführt werden, dürfte die eigentliche Ursache für die vorzeitige Vertragsauflösung in dem völlig zerrütteten Verhältnis zum Finanzsenator liegen, das seit langem ein offenes Geheimnis ist. Offenbar gibt Bovelet von den ständigen Ränkespielen zermürbt auf.

Zu der Entscheidung dürfte nicht zuletzt auch die Enttäuschung über einen schwachen Gesundheitssenator beigetragen haben, der am Katzentisch des Senats offenbar nur damit beschäftigt ist, das eigene Wahlprogramm zu schreddern. Der, obwohl selbst Mitglied des Vivantes-Aufsichtsrats, nicht die Kraft noch den Willen hatte, der Geschäftsführung des wichtigsten kommunalen Gesundheitsunternehmens Berlins Vertrauen und notwendige Unterstützung durch den Berliner Senat zu sichern.

Es gilt jetzt sehr schnell zu erklären, dass es auch nach dem Rücktritt Joachim Bovelets keinen Rückfall in eine Privatisierungsdiskussion dieses erfolgreichen öffentlichen Krankenhausunternehmens gibt.

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