Flughafen BER: Finanzstaatssekretär ohne Anhaltspunkte

DIE LINKE im Abgeordnetenhaus

Staatssekretär beim Bundesfinanzministerium und Aufsichtsratsmitglied Werner Gatzer

Das Mitglied im BER-Untersuchungsausschusses Jutta Matuschek erklärt:

Der Staatssekretär beim Bundesfinanzministerium und Aufsichtsratsmitglied Werner Gatzer sagte bei seiner Vernehmung im Untersuchungsausschuss, er habe 2012 »keine Anhaltspunkte« dafür gehabt, dass der Flughafen-Eröffnungstermin gefährdet sein könne. Auch hatte er »keine Anhaltspunkte«, dass sein Vertrauen in die Geschäftsführer Schwarz und Körtgen nicht gerechtfertigt wäre. Er sei wie die anderen Aufsichtsratsmitglieder von der Absage vollkommen überrascht worden.

Dabei wissen wir heute: Selbst den geglätteten Controllingberichten hätte entnommen werden können, dass die Termin- und Kostenpläne bereits im Laufe des Jahres 2011 zur Makulatur wurden.

Was aber wirklich beunruhigt ist, dass Gatzer, der seinerzeit »keine Anhaltspunkte« für Probleme sah, als Vorsitzender des Finanzausschusses des BER-Aufsichtsrats noch immer auf Kosten und Termine blickt. Dass jemand mit so wenig kritischer Analysekraft bei der Wahrnehmung seines Aufsichtsratsmandats aktuelle Probleme sehen könnte, ist nicht zu erwarten, auch wenn es sich bei der FBB ja nur um ein »kleineres Mittelständisches Unternehmen« (O-Ton Gatzer) handelt.