Förderung von Kindern mit Behinderungen nach Kassenlage?
Erhebliche Verschlechterung der Förderbedingungen an Regelschulen
Die bildungspolitische Sprecherin Regina Kittler erklärt:
Immer mehr Schülerinnen und Schülern mit Förderbedarf besuchen in Berlin die Regelschulen. Allerdings geht dies einher mit einer erheblichen Verschlechterung der Förderbedingungen. So hat sich das Verhältnis von Integrationsschülern zu Lehrkräften schon in den letzten drei Jahren verschlechtert, wie aus der Antwort des Senats auf meine schriftliche Anfrage (DS 17/13874) hervorgeht.
2010/11 standen für 8.172 Integrationsschülerinnen und –schüler der Förderschwerpunktgruppe 1 noch 790,7 Vollzeit-Lehrerstellen zur Verfügung. Im Schuljahr 2013/14 waren es für 9.922 Schülerinnen und Schüler nur noch 767,9 Stellen. Das bedeutet, dass die vorgesehenen Förderbedingungen von 2,5 Stunden pro Schüler in der Grundstufe und von 3 Stunden in der Mittel- und Oberstufen überwiegend nicht mehr gewährt werden. Der Trend zu Verschlechterung setzt sich zum nächsten Schuljahr fort. Besonders an Regelschulen, die viele Schülerinnen und Schüler integrativ beschulen, stehen dann bis zu drei Lehrkräfte weniger zur Verfügung. Das betrifft besonders Gemeinschaftsschulen, aber auch viele Integrierte Sekundarschulen.
Es zeigt sich, dass die Forderung nach jährlich 150 zusätzlichen Stellen für die Integration von Schülerinnen und Schülern mit Förderbedarf, wie sie die Fraktion DIE LINKE in den Beratungen zum Haushalt 2014/2015 erhoben hat, durchaus berechtigt war.
Jetzt müssen Senat und Koalition handeln, um eine weitere Verschlechterung der Bedingungen für Kinder mit Behinderungen in der Regelschule abzuwenden.

