Frauenarbeit ist mehr wert!
Verfassungswidrig: Frauen verdienen durchschnittlich 22 Prozent weniger als Männer
Aus Anlass des Equal Pay Day erklärt die frauenpolitische Sprecherin Evrim Sommer:
Es ist ungerecht und verfassungswidrig: Frauen verdienen durchschnittlich 22 Prozent weniger als Männer. Einige Ursachen liegen klar auf der Hand. Frauen arbeiten in schlechter bezahlten Jobs, sie sind zu 70 Prozent in Minijobs und Teilzeit auf dem Arbeitsmarkt und sie fehlen in den besser bezahlten Führungspositionen. Und selbst Frauen in Spitzenpositionen verdienen im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen weniger. Ehegattensplitting und beitragsfreie Familienversicherungszeiten tun das ihre, Frauen in die Einkommensfalle zu locken. Daneben gibt es eine Vielzahl versteckter Benachteiligungen, die sich nur durch spezielle Prüfverfahren, z.B. den »eg-check.de«, aufdecken lassen.
Schon Anfang 2012 hatte die Linksfraktion mit dem Antrag »Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit« vom Senat gefordert, in ausgewählten landeseigenen Unternehmen und öffentlichen Verwaltungen die Gehaltsunterschiede genauer unter die Lupe zu nehmen, die Ergebnisse auszuwerten und damit Vorbilder gegen Entgeltdiskriminierung zu schaffen. Das wurde von der rot-schwarzen Koalition abgelehnt. Inzwischen sind zwei Jahre vergangen; verlorene Zeit. Dabei sollte die Berliner Verwaltung als öffentlicher Arbeitgeber Vorbild sein für den Abbau von Benachteiligungen von Frauen auf dem Arbeitsmarkt.
Ohne außerparlamentarischen Druck und überparteiliche Initiativen wird sich nichts ändern. Doch die Zeit ist reif. Die regierenden Parteien auf Landes- und Bundesebenen sollten endlich ein Einsehen haben und sich nicht nur an den Kundgebungen zum Equal Pay Day zu beteiligen. Entgeltgerechtigkeit für Frauen gehört als Schwerpunkt auf die politische Agenda. Anträge dazu gibt es von Seiten der Opposition schon lange, im Landesparlament, im Bundestag und im Bundesrat.

