Frauenfeindlichen Fundamentalisten nicht die Straße überlassen
In Berlin ist kein Platz für frauenverachtende und homophobe Forderungen vermeintlicher »Lebensschützer«
Die frauenpolitische Sprecherin Evrim Sommer erklärt:
Auch in diesem Jahr veranstalten religiöse Fundamentalisten einen »Marsch für das Leben«. Unserem dringlichen Anliegen, als Abgeordnetenhaus die Stimme gegen diese radikalen Abtreibungsgegner, für sexuelle Selbstbestimmung zu erheben, haben sich SPD und CDU gestern nicht angeschlossen. Sie versenkten unseren gemeinsam mit den anderen Oppositionsfraktionen eingebrachten Antrag (DS 17/1819) im Ausschuss.
Wir rufen auf, sich den fundamental-christlichen Abtreibungsgegnerinnen und -gegnern morgen, am 20. September, ab 13 Uhr Uhr am Brandenburger Tor entgegenzustellen und sich an der vom »Bündnis für sexuelle Selbstbestimmung« initiierten Gegenkundgebung zu beteiligen.
Unter dem Motto »Leben und lieben ohne Bevormundung« werden wir deutlich machen, dass wir kein veraltetes Frauenbild akzeptieren. Jede Frau soll selbst über ihren Körper entscheiden und bestimmen, ob sie eine Schwangerschaft austrägt oder abbricht. Niemand darf in diesem Entscheidungsprozess einwirken. Seien es »Zwangsberater« oder radikal-fundamentalistische Christen. Die Durchführung von Schwangerschaftsabbrüchen ist bundesgesetzlich geregelt. Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Schwangerschaftskonfliktberatungsstellen oder Ärztinnen und Ärzte dürfen nicht verunglimpft, bedroht und tyrannisiert werden.
Berlin ist eine weltoffene und tolerante Stadt. Hier leben Frauen und Männer in vielfältigen und selbst gewählten Lebensgemeinschaften. In dieser Stadt ist kein Platz für frauenverachtende und homophobe Forderungen vermeintlicher »Lebensschützer«.

