Geld für Nahverkehrsnetz einsetzen statt für Prestigebauten

DIE LINKE im Abgeordnetenhaus

Bau der U55 vom Pariser Platz zum Alexanderplatz

Zum Bau der U55 vom Pariser Platz zum Alexanderplatz erklärt die verkehrspolitische Sprecherin Jutta Matuschek:

Der Koalitionsvertrag sieht die Streckung des Baus der U55 vor, um die Investitionsgelder für die Nahverkehrsinfrastruktur zur Stärkung des Gesamtnetzes einzusetzen. Dazu verweist der Koalitionsvertrag auf die dringend notwendige Grundsanierung der Berliner U-Bahn wie auch auf den Einbau weiterer Aufzüge und Rampen.

Die Planungen der so genannten Kanzler-Bahn basieren auf den Berliner Wachstumsphantasien der 90er Jahre und hatten immer eine direkte Konkurrenz zum Angebot der S-Bahn unterstellt. Ein Festhalten an diesen Plänen kommt einem Festhalten an Berliner Verschwendungspolitik gleich.

Das gemeinsame Interesse des Bundes und Berlins ist eine exzellente Verkehrsanbindung des Hauptbahnhofs in das Berliner Nahverkehrsnetz. Die bisher getätigten Investitionen könnten weitaus effektiver genutzt werden, wenn statt einer weiteren Parallelverbindung zwischen Hauptbahnhof und Alexanderplatz die U55 direkt an die U6 in der Friedrichstraße angebunden werden würde. Damit könnte eine lange bestehende Lücke im ÖPNV-Netz geschlossen werden und Fahrgäste aus dem wesentlich größeren Einzugsbereich im Süden und Südosten Berlins direkt den Hauptbahnhof erreichen. Bevor übereilt die Fehler der Vergangenheit fortgesetzt werden, will die Linksfraktion diese Alternative auf ihre Realisierbarkeit überprüfen.