Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit
LINKE fordert verbindliche Maßnahmen und Pilotprojekte in Berlin
Aus Anlass des Internationalen Frauentages erklärt die frauenpolitische Sprecherin Evrim Sommer:
Im Plenum des Abgeordnetenhauses steht morgen der Antrag der Linksfraktion »Gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit« (DS 17/0192) auf der Tagesordnung. Wir fordern den Senat auf, verbindliche Maßnahmen zur Beseitigung der Entgeltungleichheit zwischen Männern und Frauen zu ergreifen und dazu Pilotprojekte auf den Weg zu bringen.
Anknüpfend an die vorbildlichen und verbindlichen Vorgaben des Landes Berlin zur Frauenförderung sollen ausgewählte öffentliche Unternehmen und Verwaltungen zu Impulsgebern und Vorbildern werden, wenn es um Lohngerechtigkeit geht.
Hintergrund der Initiative ist, dass die Einkommen in Deutschland immer weiter auseinander driften. Minijobs und Teilzeitarbeit nehmen zu. Ein existenzsicherndes Einkommen ist damit nicht zu erlangen. Frauen sind davon besonders betroffen. Um auf den Jahresdurchschnittsverdienst der Männer zu kommen, müssen sie fast drei Monate länger arbeiten als Männer. Mit 23 Prozent Verdienstabstand zwischen Frauen und Männern rangiert Deutschland im europäischen Vergleich auf einem der letzten Plätze. Woran das liegt, ist zum Teil ganz offensichtlich, niedrigere Vergütungen und geringere Karrierechancen in typischen Frauenberufen, häufigere und viel längere Erwerbsunterbrechungen aus familiären Gründen.
Daneben gibt es aber eine Vielzahl verdeckter Diskriminierungen, denn auch bei gleicher Qualifikation und gleicher Verantwortung haben Frauen das Nachsehen. Hier aufzudecken und gegen zu steuern muss Berlin noch mehr als bislang aktiv werden.

