Hände weg von Großprojekten!

DIE LINKE im Abgeordnetenhaus

»Olympia 2024« soll von Pannen und Pleiten gegenwärtiger Regierungspolitik ablenken

Die sportpolitische Sprecherin Dr. Gabriele Hiller erklärt:

Dass unter dem Eindruck von London nun sowohl der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit als auch Sportsenator Frank Henkel Olympia 2024 nach Berlin holen wollen, zeugt von wenig Realitätssinn. Der Versuch, mit einer Bewerbung von den vielen Pannen und Pleiten der gegenwärtigen Regierungspolitik abzulenken, wird von den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt durchschaut. Und nicht erst seit dem Debakel um den Flughafen BER, sondern auch rückblickend auf die großkoalitionäre Politik der 90er Jahre, kann man SPD und CDU nur empfehlen: Hände weg von Großprojekten!

Der Schuldenberg Berlins von 63 Mrd. Euro wird ohne Hilfe des Bundes in den nächsten zwanzig Jahren nicht abzubauen sein. Keine der Berliner Großsportanlagen ist in naher Zukunft in einen olympiareifen Zustand zu bringen, ohne gewaltige Summen zu investieren. Wie sich das mit den ständigen Konsolidierungsversprechen des Finanzsenators vertragen soll, bleibt das Geheimnis der Koalition.

Berlin ist eine großartige Sportstadt und sie ist es auch ohne Olympia. Damit sie es bleibt, muss der Senat in den kommenden Jahren vor allem seine Hausaufgaben machen: die weitere Stabilisierung der Bäderlandschaft, die Sanierung der vielen maroden Sportstätten und Schulsporthallen oder auch die Finanzierung der Trainer und Übungsleiter. Nicht zuletzt gilt es, das engagierte Ehrenamt vieler Aktiven im Sport auf verschiedenen Ebenen besser zu würdigen. All das wird die Sportbegeisterung der Bürgerinnen und Bürger weiter befördern. Populistisch für Olympia zu werben, leistet das nicht.

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