Hochhausideen und kein Plan
Die Zeit ist reif für eine geordnete Debatte und für planerische Leitlinien
Zur gestern vorgestellten Hochhausidee für den Hardenbergplatz in der City West erklärt die stadtentwicklungspolitische Sprecherin Katrin Lompscher:
Zeitpunkt und Umstände der gestrigen Präsentation für ein Hochhaus auf dem Hardenbergplatz sind mehr als befremdlich. Bezirk und Senat sind zu Recht verärgert, dass die Initiatoren nicht vorher das Gespräch suchten und haben auf eine spontane Reaktion verzichtet.
Das kann aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Stadt bisher keine Idee hat, wie sie mit Investoren-Projekten für Hochhäuser umgehen soll. Sei es in Neukölln oder in Hohenschönhausen, oder eben in der Innenstadt. Jeder Bezirk hat seine eigene Herangehensweise und der Senat ist bei den von ihm selbst geführten Verfahren – siehe Alexanderplatz – zumindest inkonsequent.
Die Zeit ist reif für eine geordnete Debatte und für planerische Leitlinien zum Umgang mit Hochhausideen. Wichtige städtebauliche Ensembles, Achsen und Blickbeziehungen dürfen nicht zerstört werden. Erschließungsaufwand und die Beeinträchtigung des umgebenden Stadtraumes müssen in vertretbarem Rahmen bleiben. Höherwertiges Baurecht muss mit einem Nutzen für die Stadt verbunden werden. Hier kann und muss Berlin viel von anderen Städten lernen. Auf keinen Fall darf Berlin zum Spielball und zur Kulisse hochfliegender Investorenträume werden.

