Inklusive Schule bleibt Flughafen der Berliner Bildung
Inklusive Schule wird weiter verschoben
Die bildungspolitische Sprecherin Regina Kittler erklärt:
Die inklusive Schule bleibt offensichtlich der Flughafen der Berliner Bildung – sie wird weiter verschoben. Bis wann ist anhand des vorliegenden Haushaltsentwurfs nicht wirklich klar, aber Senatorin Scheeres feiert zu Beginn des neuen Schuljahres schon mal die »Festlegung von Kriterien für Auswahl von Schwerpunktschulen«, einige Beratungs- und Unterstützungszentren sowie Fortbildungsmaßnahmen als weiteres Voranschreiten bei diesem Thema. Ein Anpacken der Aufgabe ist da nicht zu erkennen. Dafür viel Selbstbewusstsein bei der Präsentation von Selbstverständlichkeiten: 5.450 Schülerinnen und Schüler mehr in diesem Schuljahr brauchen selbstverständlich auch mehr Lehrkräfte.
Dass aber 2.050 Kinder und Jugendlichen mehr, die zu uns geflüchtet sind, auch besondere Anforderungen an die Berliner Schule stellen, die nicht nur mit den 472 bereitgestellten Stellen und 3 Millionen Euro Sofortprogramm erfüllbar sind, wird nicht thematisiert. Es ist anzuzweifeln, dass die hier eingesetzten Lehrkräfte auch alle die notwendige Qualifikation dafür besitzen. Ausgebildete Lehrkräfte für »Deutsch als Fremdsprache« stellt der Senat prinzipiell nicht ein. Genauso wie es offensichtlich nicht gewollt ist, die sich unter den Geflüchteten selbst befindenden Lehrkräfte oder anderes pädagogisches Personal schnell zu finden und ihnen einen notwendigen qualifizierenden Deutschkurs zu ermöglichen, um sie dann so schnell wie möglich in die Berliner Schulen holen zu können.
Nicht zuletzt erfordern die auch für die kommenden Jahre erwarteten steigenden Schülerzahlen nicht nur eine die Schulen immer mehr räumlich verdichtenden Ergänzungsbauten, sondern ein gezieltes Schulneubauprogramm. Erst das wäre eine Lösung für die Zukunft.

