Innerstädtische Autobahnen sind Katalysator für soziale Polarisierung

DIE LINKE im Abgeordnetenhaus

Menschen, die an innerstädtischen Autobahnen wohnen, haben ein höheres Armutsrisiko

Zur Vorstellung der Studie "Auswirkungen innerstädtischer Autobahnen auf die Sozialstruktur angrenzender Wohngebiete", die im Auftrag der Fraktion DIE LINKE im Deutschen Bundestag durchgeführt wurde, erklärt die verkehrs- und haushaltspolitische Sprecherin Jutta Matuschek

Die Ergebnisse der Studie zeigen: Im Vergleich zu anderen Bevölkerungsgruppen, selbst zu ärmeren, sind diejenigen Menschen, die an innerstädtischen Autobahnen wohnen, sehr viel ärmer, haben ein um fast 50% höheres Armutsrisiko und sind um ein Drittel häufiger arbeitslos. Die Wohnungen sind in einem deutlich schlechteren Zustand als andere. Selbst, wenn Lärmschutzmaßnahmen angeordnet wurden, werden diese häufig nur zu einem kleinen Teil umgesetzt. Die soziale Polarisierung ist sogar sehr kleinteilig belegbar, wenn man die Wohnungen direkt an der Autobahn vergleicht mit jenen in der 2. Reihe.

Das weist auf eine fatale Perversion der Stadtentwicklung im Gefolge von Autobahnbauten hin. Die angeblichen oder tatsächlichen Entlastungen und damit Aufwertungsprozesse in von Autobahnen entfernteren Stadtquartieren gehen zu Lasten der ärmsten Bevölkerung, die selbst am wenigsten am Autoverkehr teilnimmt.

Eine soziale Stadtpolitik darf diesen Fakt nicht ignorieren und muss deshalb nach Lösungen suchen, die den Weiterbau der A 100 entbehrlich machen.