Intellektuelle Schwarzfahrerei

DIE LINKE im Abgeordnetenhaus

Doktorspielereien des Grafen Florian und Vertrauensfragen in der CDU

Zu den Doktorspielereien des Grafen Florian und der Vertrauensabstimmung in der CDU-Fraktion erklärt der wissenschaftspolitische Sprecher Wolfgang Albers:

Doktortitel üben offenbar eine magische Anziehungskraft auf karrierebewusste Nachwuchspolitiker aus. In deren Umgebung scheint man mit dem Motto »Mehr Schein als Sein« gut zu fahren.

Es wirft ein bezeichnendes Licht auf die innere Verfasstheit und den intellektuellen Zustand von Parteien, wenn deren Protagonisten glauben, dass eben nicht Lebenserfahrung und Sachverstand, sondern erschlichene oder erkaufte Titel zum Türöffner für politische Karrieren werden.

Und so wundert es auch nicht, wenn die im parlamentarischen Alltag eher überfordert wirkende CDU-Fraktion im Berliner Abgeordnetenhaus dem ertappten Herrn Graf nun auch noch ihr Vertrauen ausspricht, steht sie doch ohne wirkliche personelle Alternative da.

Was aber wundert, ist die Unverfrorenheit, mit der die intellektuellen Schwarzfahrer mittlerweile über solche Betrugsversuche hinweg gehen: Erwischt – na und? Geht‘s halt zurück auf Los.

Es scheinen im Übrigen auch in diesem Fall keineswegs eigener Antrieb oder quälendes Gewissen gewesen zu sein, die die Selbstzweifel an der eigenen Redlichkeit auslösten, sondern es war wohl auch hier die erzwungene Flucht nach vorn, nachdem sich die Gerüchte verdichteten, die Presse offenbar mit eigenen Recherchen begonnen hatte und erste Nachfragen kamen.

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