Kritik gut – Selbstkritik unzureichend
Im BER-Untersuchungsausschuss
Zur Aussage des ehemaligen Geschäftsführers Technik, Thomas Weyer, erklärt das Mitglied im BER-Untersuchungsausschuss Jutta Matuschek:
Der Zeuge Weyer sah während seiner Amtszeit die Flughafengesellschaft gut aufgestellt und das Projekt BBI auf einem guten Weg. Er fand auch klare Worte zu Schwächen in der Projektsteuerung von CBP und machte kein Hehl aus seiner Überzeugung, dass sein Nachfolger, Herr Körtgen, als Baufachmann mit der Geschäftsführer-Verantwortung überfordert war, da er in Finanzierungsfragen nicht hinreichend kompetent war. Weyer äußerte Unverständnis dafür, dass die FBS sich von dem kritischen, kompetenten Construction Manager Drees & Sommer getrennt hat und nicht alles unternommen habe, die Insolvenz des TGA-Planers abzuwenden.
Allerdings war ein kritisches Bewusstsein zu den wesentlichen Funktions- und Nutzungsänderungen im Fluggastterminal, die massive Eingriffe in die Entwurfs- und Genehmigungsplanung verursachten, nicht ausgeprägt. Offenbar ist ihm entgangen, dass bereits im Verlauf des Jahres 2008 sichtbar wurde, dass es aus diesen Gründen zu massiven Zeit- und Qualitätsproblemen bei der Planung kommen wird. Alle Warnungen der Architekten und des Construction Managers vor Termin- und Kostenrisiken wurden von ihm als übliches Ritual abgetan.

