Lehrerausbildung: Halbherzige Gesetzesänderung
Es ist keine Lösung, die Erprobungs- in Einführungsphase umzubenennen und um weitere zwei Jahre zu verlängern
Zur heutigen Sitzung des Wissenschaftsausschusses erklärt die bildungspolitische Sprecherin Regina Kittler:
Seit gut acht Jahren werden in Berlin Bachelor- und Masterstudiengänge in der Lehrerausbildung erprobt. Die rechtliche Grundlage dafür endet im September 2012. Bis dahin sollte die Erprobung der Studiengänge abgeschlossen und die Lehrerbildung in Berlin entsprechend den aktuellen Herausforderungen an den Beruf verändert sein.
Das scheint der Koalition bis vor wenigen Tagen entgangen zu sein. Denn jetzt erst ist sie aufgewacht und will im Eiltempo eine halbherzige Änderung des Berliner Lehrerbildungsgesetzes vornehmen, wie im heutigen Wissenschaftsausschuss deutlich wurde.
Die dringend notwendige echte Neuregelung allerdings ist nicht in Sicht. Es liegt nicht einmal eine abschließende Bewertung der langjährigen Erprobungsphase vor.
Entscheidende Fragen blieben durch den Senat unbeantwortet: Warum wurde der Zeitplan für die Veränderungen nicht eingehalten? Warum gab es keine begleitende externe Evaluation? Und vor allem: Ist nach den Quedlinburger Beschlüssen der Kultusministerkonferenz die Anerkennung der Abschlüsse für die Studentinnen und Studenten künftig gesichert und welche Übergangslösungen soll es gegebenenfalls geben?
Was jetzt geplant ist, nimmt in keinster Weise den Druck von den Universitäten. Es ist keine Lösung, die Erprobungs- in Einführungsphase umzubenennen und um weitere zwei Jahre zu verlängern. Die Universitäten, die die Studiengänge neu gestalten müssen, brauchen dafür langfristig die rechtlichen Grundlagen und inhaltlichen Zielvorgaben.
Wir erwarten vom Senat, dass er diese Arbeit endlich leistet. Zügig, transparent und mit einem belastbaren Zeitplan.

