Manfred vom Traumport

DIE LINKE im Abgeordnetenhaus

Ein offensichtlich überforderter Geschäftsführer

Das Mitglied im BER-Untersuchungsausschuss Jutta Matuschek erklärt:

Zwei Jahre nach der Absage der Eröffnung hat der ehemalige Projektleiter und technische Geschäftsführer der Flughafengesellschaft, Manfred Körtgen, im Untersuchungsausschuss wortreich erklärt, dass man Probleme »reflektiert, diskutiert und in einem interaktiven Prozess bearbeitet und Gegenmaßnahmen ergriffen« habe. Nicht beherrschbare Probleme oder gar Fehlentwicklungen bei der Projektrealisierung kannte Herr Körtgen nicht. Alles sei gut geregelt gewesen.

Dabei vermittelte Körtgen den Eindruck, eher Getriebener gewesen zu sein denn der Chef des Projekts. Angesichts »permanenter Änderungswünsche« habe er alles gemacht, was möglich gewesen wäre, denn er sei ja kein »Verhinderer«, sondern einer, der den Nutzern des Flughafens dienlich sein wollte. Er verstehe sich eher als Moderator verschiedener Meinungen und Wünsche denn als verantwortlicher Geschäftsführer.

Die Verantwortung für Entscheidungen löste sich in seinen Ausführungen regelrecht auf. Er bestätigte damit de facto Aussagen anderer Zeugen, wonach Körtgen für Probleme des Projekts nicht sehr empfänglich war.

Die Realitätsferne und das mangelnde kritische Bewusstsein des technischen Geschäftsführers offenbaren sich als ein Problem für den Projektverlauf des BER. Und es stellt sich die Frage, warum der Aufsichtsrat diesen offensichtlich überforderten Mann auf dieser Position so viele Jahre das Projekt steuern bzw. treiben lassen hat.