Mangel an Spenderorganen bleibt das Problem

DIE LINKE im Abgeordnetenhaus

Die Reform des Transplantationsgesetzes war halbherzig

Der gesundheitspolitische Sprecher Dr. Wolfgang Albers erklärt:

Die aktuelle Diskussion über die Transplantationsmedizin muss unbedingt auf eine sachliche Grundlage zurückgeführt werden. Im Moment ist sie geprägt durch Geschwätzigkeit und Halbwissen.

Das ist unverantwortlich all denen gegenüber, die ihre Lebenshoffnung nur durch ein Spenderorgan aufrecht erhalten können und ein Affront für all jene, die sich täglich in den Kliniken mit großem Engagement und hoher Kompetenz und oft unter schwierigen Bedingungen für das Leben ihrer schwerstkranken Patienten einsetzen.

Die Vorfälle in Regensburg und Göttingen sind als Einzelfälle in aller Konsequenz aufzuklären und die Forderung nach Transparenz ist dabei nur allzu verständlich. Eine Skandalisierung in der Fläche aber wird den tatsächlichen Problemen der Transplantationsmedizin nicht gerecht.

Hier bleibt die Politik in der Verantwortung. Die Reform des Transplantationsgesetzes war halbherzig. Der politische Mut, konsequent eine Widerspruchslösung durchzusetzen, hat gefehlt. Noch immer mangelt es an ausreichenden Spenderorganen, trotz steigender Spendebereitschaft in der Bevölkerung. Noch immer sind die Voraussetzungen für postmortale Organentnahmen in den Kliniken mehr als unzureichend. Nicht der fehlende Transplantationsbeauftragte in den einzelnen Häusern, sondern die fehlenden materiellen Ressourcen sind das Problem.

Die Forderung, Transplantationsentscheidungen in staatliche Hand zu legen ist absurd. Solange der Mangel an Organen Patienten auf Wartelisten zwingt, wird es immer wieder schicksalhafte Entscheidungen geben müssen, die aber einzig die behandelnden Ärzte patientennah zu treffen haben und die ihnen keine Ministerialbürokratie abnehmen kann.

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