Moderne Sklaverei
23. August – Tag zur Erinnerung an den Sklavenhandel
Zum Internationalen Tag der UNESCO zur Erinnerung an den Sklavenhandel und an seine Abschaffung erklärt die Frauenpolitische Sprecherin Evrim Baba:
Die Sklaverei wurde abgeschafft – doch das nur auf dem Papier. Nach wie vor leiden die Staaten des Trikont unter den verheerenden und nachhaltigen Wirkungen der Kolonisation.
Auch die Berliner KonsumentInnen sind über den Weltmarkt damit konfrontiert. So wird in der Textilindustrie, dem Kaffee- und Kakaoanbau, der Edelsteinverarbeitung, der Lederindustrie oder der Teppichherstellung weltweit auch unter den Bedingungen von extremer Ausbeutung und Sklaverei produziert. Von den unter diesen Umständen produzierten »Billigprodukten« profitieren vor allem die KonsumentInnen in den Industrieländern.
Aber auch in Hotels oder der Gastronomie, in der Prostitution oder als Dienstmädchen, im Baugewerbe, als Gebäudereiniger oder als Ladearbeiter wird besonders mit MigrantInnen in abgestuften Ausbeutungsverhältnissen Profit erwirtschaftet. Illegalisierte sind begehrte Arbeitskräfte, ihre Rechtlosigkeit macht sie zu modernen Sklaven dieser Gesellschaft.
Die Fraktion DIE LINKE tritt in Berlin für soziale Kriterien bei der Vergabe öffentlicher Aufträge ein, die Produkte ausschließen, die durch Billiglöhne, unterbezahlte Frauenarbeit und/oder ausbeuterische Kinderarbeit hergestellt, preiswerter angeboten werden können.

