Museum des Kalten Krieges – nur ein Neujahrsscherz?

DIE LINKE im Abgeordnetenhaus

»Museum des Kalten Krieges« an der Kreuzung Friedrich-/Ecke Zimmerstraße

Zu den Plänen des Berliner Senates, an der Kreuzung Friedrich-/Ecke Zimmerstraße ein »Museum des Kalten Krieges« errichten zu lassen, erklärt der kulturpolitische Sprecher Wolfgang Brauer:

Eine wissenschaftlich fundierte Präsentation der Ereignisse auch der jüngsten Berliner Geschichte ist wünschenswert und überfällig. Daher begrüßt die Fraktion der LINKEN, dass sich der rot-schwarze Senat offenbar die seinerzeit von PDS-Kultursenator Dr. Thomas Flierl erarbeiteten Pläne eines »Museums des Kalten Krieges« am symbolträchtigen Standort des ehemaligen Checkpoint Charly zu eigen gemacht hat.

Bei näherem Hinsehen korrigiert sich allerdings der positive erste Eindruck.

Der Senat scheint nicht gewillt, über eine »Erstausstattung« hinaus – die wie üblich sicherlich aus Mitteln der Stiftung Deutsche Klassenlotterie finanziert werden wird – auch nur einen einzigen Euro für diese Einrichtung und deren Betrieb zur Verfügung zu stellen. Damit läuft das Projekt Gefahr, ähnlich wie die Kunsthallen-Idee des Kultursenators Klaus Wowereit, baldigen Schiffbruch zu erleiden. Anstelle vollmundiger Presseerklärungen, auf Ewigkeit angelegter Bauzaunausstellungen und dahinter deponierter »Info-Boxen« erwarten wir konkrete und verbindliche Absprachen mit den Investoren, realistische Bauplanungen und eine verlässliche Zusage des Senates in Sachen Mitfinanzierung. Es ist nicht hinnehmbar, dass der Senat eine Institution nach der anderen »anregt«, um sich anschließend zulasten des Bundes oder privater Dritter aus seiner Verantwortung zu mogeln.

An der vielfach beklagten Verrummelung dieses Standortes ist eine halbherzige Kultur- und Stadtentwicklungspolitik des Landes Berlin nicht schuldlos.

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