»Nein« zu Gewalt an Frauen
Am 25. November ist der Internationale Gedenktag
Die frauenpolitische Sprecherin Evrim Sommer erklärt:
Der 25. November ist der Internationale Gedenktag »NEIN zu Gewalt an Frauen!« In diesem Jahr wird zum fünften Mal die Fahne »Frei leben ohne Gewalt« vor dem Abgeordnetenhaus gehisst. Dies geht auf eine Initiative der Fraktion DIE LINKE und der Überparteilichen Fraueninitiative zurück.
Für die diesjährige Fahnenaktion hat Terre des Femmes den Schwerpunkt »Sexistische Werbung« gewählt. Die abwertende Darstellung von Frauen in der kommerziellen Werbung verfestigt ein bestimmtes Frauenbild. Sexistische Werbung manifestiert Geschlechterhierarchien. Das trifft insbesondere junge Menschen, die sich an solchen Bilder und Werten orientieren. Sexistische Werbung reduziert Frauen auf Sexobjekte. Sie verletzt die Würde insbesondere von Frauen! Mit solchen Bildern im Kopf entsteht neuerdings ein Bedarf an Kursen, in denen Männer lernen können, wie sie sich Frauen gefügig machen können. Dass Vergewaltigung und sexuelle Nötigung unter Strafe steht, hält sie nicht davon ab.
Nur wenige Täter werden bestraft, weil unsere Gesellschaft die Rechte der Frauen auf selbstbestimmte Sexualität nicht ausreichend schützt. Was Frauen widerfährt, die vergewaltigt wurden, ist nicht weiter hinzunehmen. Die in Aussicht gestellte Strafrechtsreform der §§ 177 und 179 muss schnellstens auf den Weg gebracht werden.
Ein »Nein« muss reichen, um sich eines sexuellen Übergriffes zu erwehren. Alle nichteinvernehmlichen sexuellen Handlungen gehören unter Strafe gestellt, auch wenn das Opfer aus Angst oder Überraschung erstarrt und sich nicht wehrt.
Dass vergewaltigte Frauen sich nach der Gewalt, die ihnen angetan wurde, auch noch anhören müssen, dass sie sich eben nicht genug widersetzt hätten, muss der Vergangenheit angehören. Sie haben einen Anspruch auf Opferschutz, auf medizinische Versorgung und psychische Stabilisierung und Fürsorge.
Dazu gehört auch, ihnen Zeit zu geben und Beweise auch zu sichern, wenn sie nicht sofort zur Anzeige bei der Polizei bereit sind. Was in vielen Bundesländern schon üblich ist, muss auch in Berlin eingeführt werden, die anonyme, anzeigenunabhängige Spurensicherung. Ein entsprechender Antrag wird in der kommenden Abgeordnetensitzung auf der Tagesordnung stehen.

