Lobby verharmlost Problem – Ferienwohnungen härter regulieren!

Die „Apartment Allianz“, eine Lobbyorganisation für Ferienwohnungen und möbliertes Kurzzeitwohnen behauptete auf ihrer heutigen Pressekonferenz, es gebe in Berlin kein Problem mit illegalen Ferienwohnungen. Statt rund 40.000 illegaler Ferienwohnungen – wie vom Landesrechnungshof geschätzt – gebe es lediglich wenige Tausend und nahezu alle seien legal. Ferienwohnungen hätten keinen Einfluss auf steigende Mieten, es gebe „keinen Handlungsbedarf“ für die Stadt. Von der CDU erhofft sich die Organisation politische Unterstützung.

Dazu erklärt Niklas Schenker, Sprecher für Mieten und Wohnen der Linksfraktion im Abgeordnetenhaus von Berlin:

„Die Immobilien-Lobby betreibt Realitätsverweigerung. Auf den Plattformen finden sich Tausende Angebote ohne Registriernummer, das kann jeder mit einer kurzen Recherche selbst prüfen. Es ist schlicht absurd zu behaupten, Ferienwohnungen hätten keinen Einfluss auf steigende Mieten.

Wer Wohnungen dem Markt entzieht, um sie zu Wuchermieten an Touristen zu vermieten, verschärft die Wohnungsnot. Von Enteignung zu sprechen, wenn die Stadt gegen illegale Zweckentfremdung vorgeht, ist eine dreiste Verdrehung der Tatsachen. Ferienwohnungen sind kein schützenswertes Kulturgut, sondern ein Geschäftsmodell – oft zulasten der Berlinerinnen und Berliner.

Wir wollen härter gegen illegale Ferienwohnungen vorgehen. Dazu wollen wir ein Landesamt für Mieterschutz aufbauen, das proaktiv die gängigen Plattformen durchsucht und konsequent gegen dreiste Vermieter einschreitet. Auch wer nur fünf Wohnungen für 40 Euro den Quadratmeter anbietet ist Teil der Mieten-Mafia. Ich bin dafür, dass wir über ein komplettes Verbot von Ferienwohnungen in normalen Wohnungen nachdenken.“