Nichtrauchererziehung auch in Sportvereinen verstärken
Suchtverhalten der Trainer und Übungsleiter sowie Sportfreunde
Die sportpolitische Sprecherin Gabriele Hiller erklärt:
Angesichts der großen gesellschaftlichen Übereinstimmung hinsichtlich des Nichtraucherschutzes in Restaurants und Kneipen, in Schulen, Krankenhäusern und anderen öffentlichen Einrichtungen, fordere ich insbesondere Sportvereine und den LSB auf, sich diesem gesellschaftlichen Anliegen verstärkt zu stellen und einen konkreten Beitrag zum Schutz der Jugendlichen und Kinder im Sinne einer aktiven Erziehung gegen Nikotin- und Alkoholmissbrauch zu leisten.
Jeder, der im Verein organisiert ist, weiß, dass gerade hier, außerhalb der eigentlichen sportlichen Betätigung bzw. am Rande von Sportveranstaltungen nicht selten Zigaretten und Alkohol in beträchtlichem Umfang (»im Verein am schönsten«) konsumiert werden. Dass dabei Kinder und Jugendliche sozusagen »organisiert« mit Suchtverhalten ihrer Trainer und Übungsleiter sowie Sportfreunde konfrontiert werden und eine negative Vorbildwirkung erreicht wird, bleibt dabei oft unberücksichtigt. Selbst Sportstätten bleiben davon nicht unberührt, ganz zu schweigen von Vereinskneipen.
Ich fordere daher alle Vereinsführungen auf, sich bewusst und selbstkritisch dieser Situation zu stellen. Erst die Auseinandersetzung in den eigenen Reihen, die Konfrontation mit eigener Schwäche kann zu einem Umschwenken im Umgang mit Alkohol und Nikotin in der Gesellschaft führen. Es ist ein schlechtes Zeichen, wenn man angesichts steigenden Missbrauchs von Alltagsdrogen nur den Staat in seinen Einrichtungen fordert, dabei den eigenen Spielraum unbeachtet lässt.

