Qualität der Ganztagsschule stärken

Heute wird im Ausschuss für Bildung, Jugend und Familie erneut über die vom Senat vorgelegte Novelle des Berliner Schulgesetzes beraten. Die Fraktion die Linke hat umfangreiche Änderungen vorgelegt. Die Schwerpunkte liegen in den Bereichen Inklusion, Streikrecht für Azubis sowie der Rücknahme der vom Senat vorgesehenen Stärkung des Religionsunterrichts sowie die Rücknahme der auf wenige Fächer eingeschränkten Förderprognose. Darüber hinaus hat die Linksfraktion einen weiteren Schwerpunkt im Bereich Qualitätsentwicklung im Ganztag gelegt.

Dazu erklärt die bildungspolitische Sprecherin der Linksfraktion Franziska Brychcy:

„Die Qualität in der Berliner Ganztagsschule darf nicht – wie von der Koalition vorgesehen - unter Haushaltsvorbehalt gestellt werden. Ein theoretischer Personalschlüssel von einer Erzieher*in auf 22 Kinder führt durch Urlaub, Krankheit und Fortbildung in der Praxis häufig zu Betreuungsrelationen von einer Fachkraft auf 40 Schüler*innen. Eine adäquate Umsetzung des Berliner Bildungsprogramms kann so nicht geleistet werden.

Viele Kolleg*innen verlassen wegen der hohen Arbeitsbelastung den Beruf. Daher muss der Personalschlüssel endlich stufenweise verbessert werden. Dafür gilt es die Bundesmittel für den Ganztagsausbau sowie aus dem Startchancen-Programm geschickt zu nutzen.

Denn der Ganztag trägt entscheidend zur Förderung sprachlicher und sozialer Kompetenzen bei. Statt allein die sogenannten Basiskompetenzen im Unterricht in den Blick zu nehmen und zu glauben, dass immer mehr Schulleistungstests die Bildungsqualität erhöhen würden, fordern wir die Koalition stattdessen auf, die Qualität im Ganztag in den Blick zu nehmen. Das kommt allen Berliner Grundschulkindern und dem pädagogischen Personal zu Gute.“

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