Sarrazin kein Gast für ein "Haus der Kulturen der Welt"
Rassismus in öffentlichen Kultureinrichtungen keine Plattform geben!
Der kulturpolitische Sprecher Wolfgang Brauer erklärt:
Der Intendant des Hauses der Kulturen der Welt, Dr. Bernd M. Schreiber, hat gestern in einem Brief an den Ausschuss für Kulturelle Angelegenheiten des Abgeordnetenhauses mitgeteilt, dass die im Rahmen des 10. Internationalen Literaturfestivals geplante Veranstaltung „Thilo Sarrazin über die Zukunft Deutschlands“ in seinem Hause nur stattfinden werde, wenn auf dem Podium „ein kritischer Gesprächspartner“ sitzen werde.
Angesichts der fremdenfeindlichen Dimension der Sarrazinschen Thesen und den bislang gerade in Berlin gesammelten Erfahrungen hinsichtlich einer vollkommenen Unbelehrbarkeit des Autoren ist das nicht ausreichend.
Die Linksfraktion erwartet von den Veranstaltern des Internationalen Literaturfestivals eine endgültige und eindeutige Absage der Veranstaltung mit Thilo Sarrazin. Es ist nicht hinnehmbar, wenn Hassprediger in Nadelstreifen ihr geistiges Gift ausgerechnet auf einem öffentlich finanzierten Festival, das in nicht unbeträchtlichem Maße bislang zum Renommee Berlins als einer weltoffenen und toleranten Metropole beitrug, versprühen können.
Mit rechtem Gedankengut muss man sich auseinandersetzen; rechtslastigen Autoren darf man kein Podium bieten.

