Schluss mit dem Irrsinn!
Verschwendung öffentlicher Mittel für bauliche Fehlplanung im Staatsoperntunnel
Der kulturpolitische Sprecher Wolfgang Brauer erklärt:
Während die BER-Baustelle inzwischen offenbar ernsthafter überprüft wird, werden in der Berliner Mitte die Berliner Steuergelder weiterhin mit der höchstmöglichen Intransparenz und der größtmöglichen Sorglosigkeit im wahrsten Sinne des Wortes versenkt. Nachdem dem Landesparlament wiederholt erklärt wurde, der Staatsoperntunnel sei fast fertig und man könne da nicht mehr zurück – so zuletzt der Bausenator sowie der Regierende Bürgermeister am 17. Januar vor dem Plenum des Abgeordnetenhauses –, wird wenige Tage später offenbar, dass dem nicht so ist.
Jetzt wird bekannt, dass weitere erhebliche Aufwendungen nötig sind, um ein das »unterirdische Bauwerk« störendes Hauptrohr der Berliner Abwasserentsorgung zu verlegen. Zudem soll der Tunnel zwischen Funktionsgebäude und Opernhaus noch tiefer als bislang vorgesehen gegründet werden. Der beabsichtigte Kulissentransport wäre mit den bislang projektierten Raumhöhen überhaupt nicht machbar gewesen. Damit wird auch der jetzige, weit über die ursprünglichen Planungen hinausgehende Kostenrahmen, vom Zeitplan ganz abgesehen, hinfällig werden. Vollkommen verdrängt wird dabei, dass dieser Tunnel durch die aus »Einsparungsgründen« verordnete erhebliche Reduzierung der Magazinflächen nicht mehr notwendig ist.
Wir wiederholen unsere bereits vor zwei Jahren erhobene Forderung nach einem sofortigen Baustopp auf der Baustelle der Staatsoper. Die Bauplanungen sind einer gründlichen Revision unter Verzicht auf das Tunnelbauwerk zu unterziehen! Dieses Bauprojekt ist dem Flughafen vergleichbar vollkommen aus dem Ruder gelaufen. Eine weitere Verschwendung öffentlicher Mittel für eine bauliche Fehlplanung ist der Stadt nicht länger zuzumuten.
Der Oper selbst wird durch diese Pfuscherei seitens des Senates kaum wiedergutzumachender Schaden zugefügt.

