Senator Czaja muss Kürzungen bei Frauenprojekten zurücknehmen
Vom Senator selbst verschuldeter Notstand bei der Versorgung obdachloser Frauen
Die frauenpolitische Sprecherin Evrim Sommer erklärt:
Letzte Woche wurden zwei über viele Jahre erfolgreich arbeitenden Frauenprojekten, die von der Senatsverwaltung für Gesundheit finanziert werden, Mittel von jeweils 15.000 Euro gestrichen. Es handelt sich um die das »Familienplanungszentrum BALANCE e. V.« und die »Lesbenberatung«. Nach Aussage von Gesundheitssenator Czaja soll das eingesparte Geld für die dringend benötigte Psychologinnenstelle der Notunterkunft für Frauen e.V. verwendet werden. Der Gesundheitssenator versucht, den selbst verschuldeten Notstand bei der Versorgung von obdachlosen Frauen in den Griff zu bekommen und spielt dabei Frauenprojekte gegen andere Frauenprojekte aus. Das Berliner System einer Frauen-Infrastruktur, bestehend aus Antigewaltprojekten, Hilfs- und Beratungsangeboten für Migrantinnen und soziokulturellen Projekten, war unter der SPD-Linken-Regierung stabilisiert worden. Die Koalition von SPD und CDU zerstört das gut funktionierende System der Frauen-Projekte.
Wir fordern Senator Czaja auf, die Kürzungen zurückzunehmen und die Psychologinnenstelle bei der Notunterkunft für Frauen e.V. zu finanzieren. Darüber hinaus fordern wir, die Personalgehälter der Mitarbeiterinnen in den Frauenprojekten endlich an die im Öffentlichen Dienst üblichen Tarife anzugleichen. Diese Gehälter wurden auf den Stand von 1997 eingefroren und befinden sich inzwischen auf einem unvertretbar niedrigen Niveau. Professionelle Hilfe erfordert eine angemessene Entlohnung.

