Sport: Koalition vergibt Chancen auf mehr Integration
Sporthaushalt 2014/2015 geht nicht auf die aktuellen Erfordernisse unserer Stadt ein
Die sportpolitische Sprecherin Gabriele Hiller erklärt:
Erstmals seit mehr als zehn Jahren besteht die Chance, mehr Geld für die Sportförderung auszugeben. Doch der Senat nutzt diese Spielräume nicht ausreichend. Er agiert zudem weitgehend intransparent und klientelorientiert. So werden zusätzliche Mittel nicht bei den Nutzern mit dem höchsten Förderbedarf eingeplant – bei Schülerinnen und Schülern, Frauen, Migrantinnen – sondern bei den bereits bevorzugten Gruppen. Es profitieren der Profisport, männliche Sporttreibende und mitgliederstarke Vereine. Standorte in der Mitte der Stadt, die mehr staatliche Fördermittel benötigen, wie z.B. der hochfrequentierte Jahn-Sportpark, gehen leer aus.
Dagegen werden im Olympiapark einschließlich des dortigen Sommerbades in den kommenden Jahren mehrstellige Millionenbeträge eingeplant. Allein für das Sommerbad sollen insgesamt 21 Millionen Euro eingesetzt werden. 4 Millionen Euro zusätzlich für die ganzjährig nutzbare Thomas-Mann-Schwimmhalle stehen dagegen infrage.
Verlierer sind auch die Schulsportanlagen. Das Sportstätten-Sanierungsprogramm wird trotz zwingenden Bedarfs von mehr als 116 Millionen Euro nicht aufgestockt. Es bleibt bei den knapp 9 Millionen Euro für alle zwölf Bezirke. Der Antrag der Linksfraktion auf Verdopplung der Mittel wurde von SPD und CDU abgelehnt.
Die Sicherung des sogenannten Solidarpaktes Sport, der der Koalition so wichtig ist, betrifft hauptsächlich Sportarten und Vereine des Männersports. Für die Förderung des Mädchenfußballprojektes ist kein müder Euro da.
Die Linksfraktion hat Vorschläge gemacht, die Gruppen und Bezirke betreffen, die einer erhöhten Zuwendung bedürfen: Mittel für Mädchen- und Frauensport, die Inklusion von Menschen mit Behinderungen, für die Einbeziehung von Flüchtlingsfamilien, Roma-Kinder, für die Fanarbeit und die Gesundheitsförderung. - Die Koalition hat nicht einen davon berücksichtigt.
Die Chance ist vertan. Der Sporthaushalt 2014/2015 geht nicht auf die aktuellen Erfordernisse unserer Stadt ein. Daher lehnen wir ihn ab.

